Mit wenigen Ausnahmen gehen die Ökonomen weltweit erneut ins Risiko, die Lage falsch einzuschätzen und damit Regierungen irrezuführen. Sie glauben an das Ende der Krise und an die Fortsetzung des Aufschwunges – so praktisch unisone in Deutschland und Amerika. Schön, wenn dieser Plan A eintritt.
Weit und breit ist in der öffentlichen Diskussion aber kein Plan B zu erkennen. Was, wenn Plan A nicht eintritt? Für jede Dorffeuerwehr gehört die Erstellung eines B-Planes zur elementaren Pflichtausbildung Zum Denkzeug heutiger Ökonomie und darauf gestützter Regierungsberatung scheint das nicht zu gehören. Das ist einer der Gründe, weswegen die Ökonomen noch im Juni 2008 einhellig 3% Wachstum für 2008 vorhersagten.
Archiv für das Jahr 2010
Unisono Aufschwungs-Euphorie
Erst im grossen Kontext wird die Krise klar
Das Verstehen der aktuellen Wirtschaftslage ist ohne Kenntnis der grossen historischen Zusammenhänge nicht möglich. Dafür muss man etwa die letzten 200 Jahre überblicken und die Krisen kennen, die darin vorgekommen sind. Erst dann wird sichtbar, warum wir keine gewöhnliche Krise haben, sondern einen grossen Zeitenumbruch, der weit über eine Wirtschaftskrise hinausgeht. Erst in diesem grossen Zusammenhang wird die Bedeutung aktueller Ereignisse erkennbar, und warum keine Inflation, sondern eine Deflation bevorsteht. Erst dann kann man die relevanten Indikatoren überhaupt auswählen, mit denen zutreffende Beurteilungen möglich sind. Die herkömmliche ökonomische Sichtweise greift für das Verstehen der Krise zu kurz.
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EU-Rettungsschirm: Gut gemeint …
Der EU Rettungsschirm ist auf die jetzt beschlossene Weise wirkungslos, ja schädlich. 2013 ist viel zu spät. Bis dahin wird die Krise dramatische Ausmasse angenommen haben, wenn weiterhin mit herkömmlichen Mitteln gearbeitet wird.
Diese Entscheidung ist eine offene Einladung an Spekulanten, bis 2013 mit dem Euro makabere Spiele zu treiben und vor allem mit Staatspapieren, die in Euro denomiert sind. Vielleicht werden die Regierungen dann, wenn der nächste Akt der Krise für alle sichtbar beginnt, das Datum noch vorziehen, aber auch das wird wahrscheinlich dann zu spät kommen und viel höhere Mittel erfordern. Ein richtiges Signal wäre gewesen, den Rettungsschirm gleichzeitig mit der Presseerklärung in Kraft zu setzen.
Unsichtbare Deflation
Was man nicht kennt, kann man oft nur schwer erkennen. So ist das mit der Deflation. Der allgemeine Tenor ist “Inflation wegen der Zentralbank- und Regierungsmassnahmen”. Die Fixierung darauf macht anscheinend die meisten blind für Signal-Tatsachen, die man solange nicht sieht, als man auf die herkömmlichen Indikatoren schaut, nämlich auf die Konsumentenpreise statt auf die Assets. Ein paar Beispiele: Die grossen Aktienindices sind trotz Erholung gegenüber ihren Höchstkursen deutlich im Minus (Dow Jones rund 15%, S&P rund 30% und Nasdaq rund 60%). (weiterlesen …)
Dollar Anstieg und falsche Kommentare
Der Dollar steigt weiter, der Euro fällt. Das Gezeter um den Euro als Währung bekommt daher neue Nahrung. Das ist aber die falsche Schiene. Das lenkt davon ab, dass das eigentliche Problem die USA sind, und der steigende Dollar ist das beste Indiz dafür. Die USA haben die weitaus grösseren Wirtschaftsprobleme als Europa. Der Euro hat starke Interessen auf seiner Seite, die sich nicht um Griechenland und Irland sorgen. (weiterlesen …)
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Die FED wird die Wirtschaft nicht retten
99% der Investoren und Kommentatoren haben zur Zeit unlimitiertes Vertrauen in die Fähigkeit der US-Zentralbank, die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig fürchten sie die Inflation. Die Aussagen sind immer gleich: Weil die USA “Geld drucken”, oder die Wirtschaft “mit Geld fluten” und ähnliches mehr. QE 2 wird nicht funktionieren. (weiterlesen …)
Tags: Deflation FED Krise 3. Akt
Warum der Dollar steigt und das Gold sinkt …
Der Dollar steigt, weil die US-Wirtschaft immer schwächer wird. Die meisten Ökonomen protestieren vehement gegen diese Auffassung, denn sie erscheint ihnen völlig absurd. Schon deshalb, weil sie an der Universität so was nicht gelernt haben.
Volcker: Financial System is broken
Der langjährige Chairman der FED leistet sich mit seinen mehr als 80 Jahren und rund 40 Jahren FED – Erfahrung, davon rund 10 Jahre als Chairman, die nötige Offenheit: “The Financial System is broken … and the mortgage system is absolutely broken … which is the most important part of our capital markets ..”
Syntegration für die überforderte Demokratie
Unter anderem in stark beachteten und professionell moderierten Talkshows – wie z. B. bei Maybrit Illner und Anne Will – zeigt sich deutlich, wie sehr die Problemlösungskraft der Demokratie immer häufiger an ihre Grenzen stösst. Politiker selbst sprechen immer öfter darüber, aber sie haben keine Lösungen.
Bear Market Really in den letzten Zügen
Die steilen Kursanstiege der letzten paar Tage waren von ihrer Rasanz her keineswegs ein Bullmarket-Anzeichen, sondern typische Bearmarket-Rallies, wie sie in den nächsten Jahren häufig vorkommen werden. Das kann auch noch eine Weile so weitergehen. Am grossen Trend nach unten ändert das bisher nichts. Schon nach kurzer Zeit gehen diese Kursgewinne wieder verloren und drehen sich ins Gegenteil.
Tags: Bear Market Deflation Sachwerte
US-Wachstum 2. Qu. radikal nach unten korrigiert
Das Wirtschaftswachstum Amerikas wurde für das 2. Qu. 2010 auf 2,4% geschätzt. Jetzt wurde auf 1,6% korrigiert. Von der Realität aus gesehen war die Schätzung also um 56% zu hoch, oder umgekehrt ist die Realität um 36% niedriger.
Talfahrt beginnt; Defla-Krise 3. Akt, der Vorhang ist offen
Mit den jüngsten Kursbewegungen hat die Wende begonnen. Mein Szenario realisiert sich, das ich konsequent konträr zu allen Mainstream-Meinungen seit langem vertrete.
Scharf nach vorne schauen, mit festem Blick in den Rückspiegel …
Schöne Halbjahresergebnisse veranlassen Mainstream-Kommentatoren, eine schöne Zukunft vorherzusagen. Es sind dieselben, die im Sommer 2008 3% Wachstum vorhersagten und im März 2009 die Welt untergehen sahen.
Dollar steigt wieder, wegen Bear Market und Deflation
Dollar: Am 18. und 20. 5. postete ich meine Auffassung, dass der Dollar zum Euro eine Zeitlang sinken werde. Die Folge waren ein paar harsche Kommentare mit “Vogel zeigen”, denn Europa erschien zu dieser Zeit gerade als hoffnungsloser Fall und daher wurde für den Euro der aktuelle Untergang beschworen. Der Dollar stand damals bei rund 88 – heute steht er bei rund 82 und die Auguren sehen den Euro weiterhin steigen. Ich denke umgekehrt: Ein neuer – starker – Dollar Anstieg gegen den Euro steht nun bevor. Nicht weil es Europa schlecht und Amerika gut geht, sondern weil es Europa zwar schlecht, aber den USA noch viel schlechter geht. Wieso kann dann der Dollar steigen?
Tags: Bear Market Deflation Dollar
Rechnet China mit Deflation und verkauft deshalb seine älteste Bank?
China will seine älteste Bank verkaufen. Die 1951 von Mao Tse Tung gegründete AgriBank soll an die Börse gebracht werden und rund 20 Mia $ einbringen