Archiv für Dezember 2010

Unisono Aufschwungs-Euphorie

Von F. Malik am Sonntag, 26.12.2010 geschrieben

Mit wenigen Ausnahmen gehen die Ökonomen weltweit erneut ins Risiko, die Lage falsch einzuschätzen und damit Regierungen irrezuführen. Sie glauben an das Ende der Krise und an die Fortsetzung des Aufschwunges – so praktisch unisone in Deutschland und Amerika. Schön, wenn dieser Plan A eintritt.
Weit und breit ist in der öffentlichen Diskussion aber kein Plan B zu erkennen. Was, wenn Plan A nicht eintritt? Für jede Dorffeuerwehr gehört die Erstellung eines B-Planes zur elementaren Pflichtausbildung Zum Denkzeug heutiger Ökonomie und darauf gestützter Regierungsberatung scheint das nicht zu gehören. Das ist einer der Gründe, weswegen die Ökonomen noch im Juni 2008 einhellig 3% Wachstum für 2008 vorhersagten.

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Erst im grossen Kontext wird die Krise klar

Von F. Malik am Samstag, 18.12.2010 geschrieben

Das Verstehen der aktuellen Wirtschaftslage ist ohne Kenntnis der grossen historischen Zusammenhänge nicht möglich. Dafür muss man etwa die letzten 200 Jahre überblicken und die Krisen kennen, die darin vorgekommen sind. Erst dann wird sichtbar, warum wir keine gewöhnliche Krise haben, sondern einen grossen Zeitenumbruch, der weit über eine Wirtschaftskrise hinausgeht. Erst in diesem grossen Zusammenhang wird die Bedeutung aktueller Ereignisse erkennbar, und warum keine Inflation, sondern eine Deflation bevorsteht. Erst dann kann man die relevanten Indikatoren überhaupt auswählen, mit denen zutreffende Beurteilungen möglich sind. Die herkömmliche ökonomische Sichtweise greift für das Verstehen der Krise zu kurz.

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EU-Rettungsschirm: Gut gemeint …

Von F. Malik am Freitag, 17.12.2010 geschrieben

Der EU Rettungsschirm ist auf die jetzt beschlossene Weise wirkungslos, ja schädlich. 2013 ist viel zu spät. Bis dahin wird die Krise dramatische Ausmasse angenommen haben, wenn weiterhin mit herkömmlichen Mitteln gearbeitet wird.
Diese Entscheidung ist eine offene Einladung an Spekulanten, bis 2013 mit dem Euro makabere Spiele zu treiben und vor allem mit Staatspapieren, die in Euro denomiert sind. Vielleicht werden die Regierungen dann, wenn der nächste Akt der Krise für alle sichtbar beginnt, das Datum noch vorziehen, aber auch das wird wahrscheinlich dann zu spät kommen und viel höhere Mittel erfordern. Ein richtiges Signal wäre gewesen, den Rettungsschirm gleichzeitig mit der Presseerklärung in Kraft zu setzen.

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Unsichtbare Deflation

Von F. Malik am Sonntag, 5.12.2010 geschrieben

Was man nicht kennt, kann man oft nur schwer erkennen. So ist das mit der Deflation. Der allgemeine Tenor ist “Inflation wegen der Zentralbank- und Regierungsmassnahmen”. Die Fixierung darauf macht anscheinend die meisten blind für Signal-Tatsachen, die man solange nicht sieht, als man auf die herkömmlichen Indikatoren schaut, nämlich auf die Konsumentenpreise statt auf die Assets. Ein paar Beispiele: Die grossen Aktienindices sind trotz Erholung gegenüber ihren Höchstkursen deutlich im Minus (Dow Jones rund 15%, S&P rund 30% und Nasdaq rund 60%). (weiterlesen …)

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