Wer es noch nicht versteht …

Wer es noch nicht versteht …

Bisher habe ich in den heutigen Sonntagszeitungen noch nichts gelesen, was mich überzeugen würde, dass für die Krise ausreichendes Wirtschaftsverständnis vorhanden ist.
Noch nicht verstanden hat es zum Beispiel:
1. Wer von Inflation spricht
2. Wer glaubt, dass Notenbanken das Problem lösen könnten
3. Wer glaubt, dass Notenbanken Geld drucken
4. Wer die Krise(n) mit Verschwörungen begründet
5. Wer Finanzvorgänge kommentiert, ohne die Nachschusspflichten zu erwähnen
6. Wer glaubt, dass es solide Aktien gibt, obwohl es natürlich solide Unternehmen gibt
7. Wer glaubt, dass Aktienkurse ihrem Wesen nach mit der Unternehmensperformance zusammenhängen
8. Wer glaubt, dass wir es nur mit einer Finanzkrise zu tun haben und falls diese gelöst würde, alles wieder gut werde
9. Wer überhaupt glaubt, dass die Lösungen von der Ökonomie kommen

u. v. a. m.

Autor: F. Malik

"Malik is one of the most influential business thinkers..." (Business Week) "Malik has become the leading expert on Management in Europe... He is a commanding figure - in theory as well as in the practice of Management." (Peter Drucker, Doyen of Management)

28 Gedanken zu „Wer es noch nicht versteht …“

  1. Sehr geehrter Herr Malik, es freut mich zu lesen, dass Sie sich auch sozial engagieren. Dazu habe ich mehrere Ideen:

    http://www.ashoka.org/ Innovators for the public. Investing in New Solutions for Our World’s Toughest Problems.

    Bitte schauen Sie sich diese Organisation einmal etwas näher an.

    Ihre Tools gehören ganz eindeutig in die Kategorie „Investing in New Solutions for Our World’s Toughest Problems“. Wie wäre es mit einem Geschäftsmodell, das privatwirtschaftliche Unternehmen die Ihre Dienstleistung einkaufen jeweils eine Syntegration für eine öffentliche, soziale oder politische Organisation mitfinanzieren? Nach dem Motto tue Gutes und rede darüber.

    Weitere Ideen:
    Es ist schon sehr lange her das der Club of Rome öffentlich von sich reden gemacht hat. Oder ganz kühn ein Bericht des „Club of Sankt Gallen?“. Ein Bericht -sorgfältig vorbereitet – der dann in einer weltweit konzertierten Aktion über die wahre Natur der Probleme und noch wichtiger Ihre Lösung berichtet?

    Mir ist die Sache aber viel zu wichtig um eine nur halb ausgegorene Vorgehensweise mit medialem Strohfeuer und anschließendem dummdreisten Abtun der (noch) Experten zu riskieren. Möglicherweise ist es effektiver noch längere Zeit eher ohne große Öffentlichkeit zu wirken.

    Da kommt mir aufs neue die Malik Super-Syntegration zur Leitfrage

    „Wie schaffen wir es die relevanten Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft so für die kybernetischen Tools zu interessieren, dass das Interesse in strategisches verbreiten der neuen Kenntnisse und Tools im eigenen Umkreis mündet?“ in den Sinn.

    Ich vermute http://www.ashoka.org/ hat da eine Menge interessanter Kontakte bzw. ist meiner Ansicht nach ein vielversprechender Partner wenn es um die Verbreitung geht. Darüber hinaus ein Sensitivitätsmodell oder -modelle die die entscheidenden Stellhebel und Indikatoren herausarbeitet wie NGOs möglichst effektiv mitarbeiten können.

    Es versteht sich für mich aber von selbst, dass NGOs nicht zur Aquirierungabteilung für Malik Management werden. Um diese beiden Dinge zusammenbringen zu können: Herr Malik können Sie sich vorstellen Ihr Unternehmen in Richtung OpenSource mehr im Sinne von OpenKnowledge weiterzuentwickeln?

    Vielleicht läßt es sich noch besser an OpenHardware beschreiben. Die Baupläne, Steuerungssoftware und was immer sonst notwendig ist um das Produkt herzustellen sind öffentlich und kostenlos zugänglich. Das Geld wird damit verdient dennoch ein fertiges Produkt zum Kauf anzubieten, weil viele Interessenten dann doch lieber gleich das professionel gefertige Produkt kaufen als es sich selbst eines mit minderer Qualität zusammenzubasteln.

    Oder wie es http://www.Parallax.com macht, den reinen Microcontroller-Chip „Propeller“ herzustellen und diesen zu verkaufen. Die PC-Programmierumgebung ist kostenlos und es gibt eine kostenlose öffentliche Austauschplattform für entsprechende Microcontroller-Software. Daneben bietet Parallax aber auch jede Menge fertige Produkte an.

    Im Falle Kybernetik-Tools hieße das – sich anzuschauen welchen Teil des Gesamtpaketes kann man OpenKnowledge machen so daß höchste Qualität erhalten bleibt aber die Verbeitung schneller vorangeht bzw. die Verbreitung auf den relevanten Personenkreis (Politik, Wirtschaft) fokussiert wird.

    Trotzdem muss bei der Syntegration usw. wesentlich mehr auf die Qualität geachtet werden. Wenn eine selbstgebaute Hobby-Solaranlagenregelung Mist macht ist das ziemlich wurscht. Eine daneben gegangene Syntegration wäre extrem rufschädigend auch für die Methode selbst.

    Alles in allem also in der Tat eine anspruchsvolle Herausforderung für eine Malik Syntegration.
    mit freundlichen Grüßen

    Stefan Ludwig

  2. Verehrter Herr Prof. Malik,
    warum nur glauben unsere Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft, und all die schlauen Verbandsfunktionäre, dass sie recht haben? Ich kann deren ewig gestrige Vorschläge langsam nicht mehr hören. Umso mehr freut es mich, dass Sie endlich mal diese „noch-nicht-versteht“-Liste ins Netz stellen. Eine Ermunterung für alle Malikianer! Noch ein Wunsch: produzieren Sie doch endlich einen MoM-Letter zu diesem aktuellen Thema. Die Syntegration ist Ihren treuen Lesern und Hörern nun wahrscheinlich hinlänglich bekannt. Aber die „noch-nicht-versteht“-Liste mit den dazugehörigen Argumenten wäre äusserst willkommen. Und keine Wiederholung, da Sie konzis und umfassend Ihre früheren Sichtweisen zusammenfassen können – sozusagen aktueller denn je.
    Herzlichst, Ihr Sebastian Friess (inzwischen in Bundesbern…)

  3. Sehr geehrter Herr Prof. Malik,
    Ihre grundsätzl. Systemanalysen, Schlussfolgerungen und Lösungsansätze sind zweifellos schlüssig u. richtig.
    Trotzdem haben sich die Dinge bisher nicht so dramatisch entwickelt, wie „vorhergesagt“ (beispielhaft(!) Blog- eintrag v.21.05.10 usw.)
    O.K., könnten zeitl. Verschiebungen sein; ich aber glaube, dass Sie etwas wesentliches unberücksichtigt lassen. Ich nenne es „Elias-Faktor“. Vereinfacht(!) ausgedrückt: unser „kollektives Unterbewusstes“, das uns z.B. schon bei „9/11“ vor weltkriegsartigen Auswüchsen „gerettet“ hat! Anders als früher ist die Menschheit heute nicht bereit, sich Zuständen wie Massenarmut, soz. Kernschmelze usw. „hinzugeben“! Esoterik? Mag ich auch nicht, lieber M.Talbot , mod.Quantentheorie usw. Vielleicht darf ich eines Ihrer Worte aufgreifen: „Stellen wir uns doch mal vor, es könnte so sein…“
    Also Entwarnung? Ausdrückliches Nein! Denn spürbare Verwerfungen etwa auf den Finanz-u.- Wirtschaftsmärkten sind sicherlich Teil der unbestreitbaren „Transformation“!
    Mit freundl. und respektvollen Grüssen
    mh

    1. Mit meinen Überlegungen zur Lage bin ich absichtlich lieber zu früh als zu spät. Daraus entsteht gelegentlich
      auch ein milder Vorwurf, mit dem ich gut leben kann. Nicht perfektes Timing, sondern rechtzeitiges Vorbereiten, ist eine
      meiner Regeln.
      Ich glaube aber zu verstehen, was Sie meinen.
      Da die Krise mit Abstand die historisch grösste ist, dauern manche Dinge gewissermassen um einen Faktor länger.

  4. 🙂 eines haben Sie vergessen. Wer gute Mitabeiterinnen im Unternehmen hat und diese nicht erkennt. Eventuell wäre aber ein gemeinsames Foto mit Ihnen hilfreich, denn leider zählt heute nach wie vor so was mehr als Leistung. Ich habe viele Ihrer Bücher gelesen – auch SRATEGIE aber leider fehlt mir die Chance mich so einbringe zu können. Nach wie vor sollte MANN / FRAU weniger als 30 Jahre alt sein eine Managementausbildung in den USA gemacht haben, sieben Fremdsprachen sprechen, die entsprechenden Erfolge vorweisen können ……. Aber wenigstens tut es gut, sich selbst irgendwie in Ihren Büchern bestätigt zu finden.
    Ich grüsse Sie herzlich
    K.M.

    1. Liebe K.H. (oder lieber),

      ich arbeite für das malik management zentrum. Unsere Personalpolitik ist tatsächlich so, dass man sich gut sichtbar machen kann, erst recht (!) wenn man bestimmten gängigen Kriterien (Ihre Ausführungen) nicht entspricht. Hier zählt tatsächliches Hinsehen durch unsere Vorgesetzten, dann wird ausserhalb von Assessments oder Tests entschieden, wer sich wie einbringt.
      Der Weg, sich einzubringen, steht offen. Man (frau) muss ihn nur selber begehen.

      Beste Grüsse, RW

  5. Ich stimme Ihnen zu, insbesondere was die Punkte 2, 4 und 5 anbelangt.

    Zu Punkt 3: Die Notenbanken können sehr wohl Geld schöpfen. Dass „Geld“ im heutigen System keinen Wert per se mehr darstellt, sondern kreditbasiert ist, hat zwar zur Folge, dass die Notenbanken mit Geldschöpfung kein neues VERMÖGEN (= Wohlstand) schaffen können (deshalb richtig Ihr Punkt 2); sie können aber durchaus – beispielsweise durch Aufkauf gefährdeter Kredite – die Kredit- und somit die Geldmenge aufrecht erhalten oder sogar erhöhen. Dabei würde, wie gesagt, kein neues Vermögen geschaffen, sondern bestehendes zwischen aktuellen Gläubigern und Schuldnern bzw. der Allgemeinheit UMVERTEILT. Wenn dabei schlechte Schulden in die Notenbankbilanzen gelangen, würde dies den Geldwert – gegenüber Sachwerten – aber schwächen.

    Zu Punkt 7: Richtig; jeder Zusammenhang dürfte aber nicht abgesprochen werden: z.B. waren die P/E-Ratios vor den Einbrüchen USA 1929 und v.a. JPN 1989 – und somit die Fallhöhen – um einiges höher als heute. Dass aber ALLE börsenkotierten Unternehmen nur Scheingewinne erzielt hätten, sollte – trotz bedenklicher Ausnahmen – nicht zutreffen.

    1. Geld und Kredit ist nicht dasselbe. Kredit ist ein Anrecht auf Geld, aber nicht Geld selbst. Natürlich können die NBs günstig Kredit bereitstellen. Was wird mit diesem aber gemacht? Es braucht auch jemandend, der den Kredit nehmen will und zwar zu mehr als nur zum Umschulden, denn das hält ja bestenfalls die Kreditmenge gleich. Zum Beispiel will am US-Immobilienmarkt kaum noch jemand neuen Kredit.

      1. Die Notenbanken können nicht nur günstige Kredite bereitstellen; sie können – und werden wohl immer mehr – auch gefährdete Kredite aufkaufen und in ihre Bilanzen nehmen. Eine gleich bleibende, wenn auch umgelagerte Kreditmenge würde die Vermögenspreise aber nicht deflationieren!

        1. Das kann sein, dann geht das Finanzsystem umso schneller „über den Bach“. Abgesehen davon ist das in den westlichen Ländern gesetzeswidrig, denn die Notenbanken sind verpflichtet, nur beste Qualität entgegenzunehmen.
          Die FED ist im übrigen eine Bank in Privatbesitz und ihre Eigentümer werden natürlich keine faulen Kredite hereinnehmen, ausser gegen einen enormen Abschlag und dann haben wir wiederum die Deflationsbedingungen. Es gibt in einer dermassen verschuldeteten Wirtschaft mit herkömmlichen Mitteln keinen Wunder-Ausweg, der nicht weh tut. Da braucht man schon neue „Waffen“.

          1. Jetzt, wenige Monate später, haben wir sehr wohl die Situation, dass auch die EZB vor der Entscheidung steht Staatsanleihen von maroden Staaten, wie Italien, im großen Umfang aufzukaufen. Und diese Staaten werden noch mehr Anleihen auflegen, um ihre Kredite zu bedienen.

            Der einfache Bürger bezeichnet dies als sogenanntes „Geld drucken der EZB“, obwohl dies streng technisch natürlich anders abläuft.

            Auch Krugman ist der Meinung, dass im Krisenfall auch Regel gebrochen werden, um Probleme zu lösen.

            11. Nov. 2011 – Die Presse, Wien – Der Wirtschafts-Nobelpreisträger rät dazu, „alle Regeln zu vergessen“. Die Inflationsgefahr sei in Anbetracht der Euro-Krise vernachlässigbar.

            Es stimmt aber vollkommen, dass dieser Lösungsansatz nur ein Teil eines Lösungpakets sein kann. Dies kann auch völlig scheitern oder die Krise verschärfen.

            1. Im Mai 2009 habe ich mit Krugmann in Interlaken über die Fortentwicklung diskutiert. Er hatte in einem Referat vor 1200 Teilnehmern vor Inflation gewarnt. In meinem Referat habe ich die Deflation prognostiziert. Deflation war ihm aber weitgehend unbekannt. Nun dreht er eben seine Meinung, und rechtfertigt sie durch „alle Regeln vergessen“. Die falschen Regeln kann man vergessen. Mit den richtigen Regeln, die Herr Krugmann leider nicht kannte, konnte man die Krise zielsicher beurteilen und ihren Verlauf vorhersagen.

          2. Ich wollte darauf hinweisen, dass Krugmann auch zum Aufkauf maroder Staatsanleihen durch die EZB rät:

            Zitat: „Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman rät den Europäern, für die Euro-Rettung die Notenpresse der Europäischen Zentralbank anzuwerfen und so viele Italien-Anleihen wie nötig zu kaufen. „Am Ende wird die EZB in den Abgrund blicken und sagen: Vergessen wir alle Regeln, wir müssen die Anleihen kaufen“, sagt Krugman dem „Handelsblatt“. Der Preis eines Auseinanderbrechens des Euros sei zu hoch.“

            Es ist aus meiner Sicht richtig, dass es bei einer Eskalation der Krise zu der von ihnen prognostizierten Deflation kommt, bzw. diese bereits in unterschiedlichen Ausmaß je nach Markt stattfinden.

            Aber wenn wir die Krise bewältigen wollen, müssen wir schlagkräftige Sofortmaßnahmen suchen, die diesen Prozess stoppen. Und diese Maßnahmen müssen weit über den bisherigen Handlungsrahmen hinausgehen, sonst sind sie für diese große Wirtschaftskrise zu schwach od. zu langsam. Spielen wir nach den derzeitigen Regeln des Finanzsystems dann ist sowieso alles zu spät.

            Anm.: China würde das Finanzsystem in dieser Situation viel radikaler und schneller anpassen

            1. Ich kann Krugman wenig abgewinnen. Er bleibt wohl ewig ein gläubiger Keynsianer, der aber gleichzeitig seine Fahne nach dem Wind. Etwas anderes bleibt ihm kaum übrig, weil er bisher so weit ich informiert bin, noch nichts über eine Deflation verlauten liess. Aus meiner Diskussion mit ihm weiss ich, dass er die Deflation gar nicht verstanden hat.
              Der Aufkauf von minderwertigen Staatsanleihen durch die EZB beschleunigt die Katastrophe. Schnelle Massnahmen verlangen Sie mit Recht, aber es müssen die richtigen sein. China hat den Charakter der Krise bis heute ebenfalls noch nicht erkannt, wie ich zuverlässig weiss.

          3. Wer befasst sich mit der Suche nach diesen Maßnahmenpaketen?

            Aus meiner Sicht hauptsächlich Expertengruppen von mächtigen Interessensgruppen. Und diese sehen nur ihre Eigeninteressen, versuchen ihr Vermögen zu retten und haben kein Interesse an einer Gesamtlösung. Die sogenannten Experten sehen sich nur als Anwälte, die die Ansichten ihrer Mandanten untermauern müssen, mit der Realität setzen sie sich nicht auseinander. Und aufgrund langjähriger Übung sind gar nicht mehr in der Lage die Situation wissenschaftlich zu analysieren. Dies gilt für die meisten Berater der Wirtschaft und Politik.

            Da diese Expertengruppen zusätzlich die öffentliche Diskussion in ihrem Sinne stark beeinflussen, findet keine Problemanalyse statt, die den tatsächliche Situation und Ursachen untersucht.
            Weiters wurden unabhängige Expertengruppen auf Druck dieser Gruppen stark abgebaut, bzw. nicht gebildet. Ich sehe ein massives Defizit an qualifizierter Manpower in Europa, um die Krise zu bewältigen.

            und ich sehe keine Institution, die systematisch Maßnahmenpläne erarbeitet, die auch die heiklen fundamentalen Fragen angreift. Und nur dort vermute ich Lösungsansätze.

            1. Für einen noch überwiegenden Teil stimmt Ihre Sichtweise, aber die Bunkerstellung bröckeln enorm. Haben Sie meinen neuesten Eintrag zu Niederösterreich schon gelesen?
              Über öffentliche Projekte kann ich schreiben; über die Massnahmen in Unternehmen nicht, weil die mit Syntegration angegangenen Fragen nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind.

  6. Guten Tag Herr Prof. Malik,

    ich lese inzwischen einen Artikel gar nicht mehr weiter, wenn darin von „Inflation und Hyperinflation“ geschrieben wird, oder von „Fiat Geld“ oder von „Geld drucken“ (um danach gleich die Leser zum Kauf von Immobilien und Gold aufzufordern) – denn dann hat der Autor schlicht unser System nicht verstanden.

    Vielen Dank, daß Sie unermüdlich die Dinge richtigstellen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Günter Hannich

  7. Sehr interessant, dass die Zeit der Diskurse für Goldinteressenten auch in diesem Forum Einzug erhielt.

    Ein Teil von Ihnen erhofft sich (meiner Meinung nach) hier nur Infos zu seinen
    weiteren Geldanlagen bzw. Risikoumschichtungen. Darum drehen sich hier einige
    Postings. Was jedoch wichtiger ist, egal ob der Gold/Silberpreis nun sinken oder steigen wird, es ändert an der momentanen Situation nichts.

    Für das Verständnis, dass die Zentralbanken nicht Geld drucken, sondern lediglich Kredite
    vergeben werden, habe ich ne Weile gebraucht.

    Vernunft, nun, die wahrhafte Definition und der Zugang dazu ist schwierig vermittelbar.

    Etwas konkreter formuliert. „Auf fremden Arsch ist gut durchs Feuer reiten.“ Politiker sind
    keine Unternehmer, ebenso Funktionäre in Aktienvorständen. Wer mit seinem Vermögen
    nicht haften muss, für Fehlentscheidungen die Möglichkeit erhält einfach abzutreten, nun,
    mit diesem Menschen kann ich nicht auf gleicher Augenhöhe reden. Es geht mir nicht darum Entscheidungen zu kritisieren, wir sind Menschen, jeder liegt mal falsch. Es geht darum, welche Konsequenz eine Entscheidung, ein Handeln nach sich zieht. Ich weiß, sehr einfach und etwas kindlich formuliert. Steht daher zur Diskussion offen!

    Die Deflation ist das Endszenario. Wozu es zick Möglichkeiten gibt dies einige Jahre zu
    umgehen. Bitte nicht verwechseln mit dem Ende der Welt, sondern lediglich unseres
    derzeitigen Handels und Verstehens von Prozessen.

    Meine Hauptbeobachtung. Gleich auf welche Ansicht (Inflationisten und Deflationisten) sich die Leserschaft bezieht. Die Begriffe sind eben nicht klar und wie diese zusammenhängen. Daher doch Wiederholungen. 😉 Dies ist nicht weiter schlimm. Wir sollten es daher einmal näher untersuchen. Meine Idee für einen weiteren Blogeintrag, mit mehreren Unterkategorien. Falls einiges schon besprochen wurde, ich las noch nicht das gesamte Forum. 😉

    Geld – Ist wirklich klar was das ist?, Realwert/Sachwert? Gibt es tatsächlich messbare Bezugssysteme in den Volkswirtschaften? Wie hoch ist der tatsächliche Inflationsindikator? Warum benötigt es diesen? Wie lässt er sich umgehen? Welche Rollen spielen die Zentralbanken? Ist die Börse nicht eher ein globales Las Vegas? Bedeutet ein Loslassen des bisherigen Börsenmodells nicht auch wirtschaftliches Abseits (Großbritannien)? Welche Größen erfasst das BIP (Bruttoinlandsprodukt)? Was ist die Produktionsleistung einer Volkswirtschaft? Ist es wirklich ein Maß für die reale Wirtschaftskraft eines Landes? Generieren wir mit den Messgrößen Lebensqualität? Wozu der Gedanke auf ständiges Wachstum? Ist so die mehrheitliche Einstellung? Dann sind die Wirtschaftsmodelle doch klar, das Handeln daraus und dessen Folgen?

    Geht es in Wahrheit genau um solche Fragen oder um andere Sachverhalte?

    Wer es noch nicht versteht … Mmmh, klingt ein wenig paternalistisch. Solche Formulierungen verwendete ich an der einen oder anderen Stelle ebenfalls. 😉 So einfach ist es eben nicht, was auch einige der Fragen von Herrn Stefan Ludwig beantwortet – gute Gedanken und Ideen. Also doch die Dialektik der Aufklärung bemühend. Wer weiß Rat?

    1. Ein paar Gedanken herausgegriffen:
      1. Deflation kann man nicht so leicht hinauszögern, weil jede Verpflichtung eine Fälligkeit hat. Man kann umschulden, aber das ist u. U. teuer, braucht zusätzliche Sicherheiten, die man evt. nicht hat usw. usw.
      2. Die Deflation ist schon einige Zeit im „Ofen“. Wenn die Börsen, nach dem Knick der letzten Wochen, sich nicht definitv in einen Bullmarket drehen (was ich nicht annehme), dann geht es schnell.
      3. Alle Begriffe werden glasklar, wenn man die Theorie des debitistischen Wirtschaftens verwendet. (Heinsohn)
      4. Geld sind dann umlauffähig gemachte Schulden, solange diese gedeckt sind bzw. vollstreckbar sind.

  8. 1. Wer von Inflation spricht…. hat grob gesagt wohl keine Ahnung…
    Nun, möchte ich als „Ahnungsloser“ einen kleinen Abriss geben von meiner „Ahnungslosigkeit“, die ich mir jeden Tag hart beim täglichen Einkauf erwerbe:
    Meine Einkäufe gehen immer in die gleiche Richtung, bei der Lebensmittel mit hoher Qualität erworben werden und
    es kein Ausweichen auf billigere Qualitäten gibt. Ohne ins Detail zugehen, die Dinge werden immer teurer !
    So nach der Formel, alles was man zum Leben braucht legt zu. Nur bei Dingen die eher selten erworben werden, kommt man besser weg. Die Bedingungen, wie hier Buch geführt wird, bestimmen das Ergebnis. So ist es doch
    überall. Wer also die Bedingungen macht, bestimmt die Richtung.
    Welche Richtung soll die Sache nehmen ? Niedrige Inflationsrate. Deshalb niedrige Zinssätze. Aber die Sache
    steht heute schon auf aufgeweichtem Boden. Offizielle Inflation und Steuerbelastung bedeuten einen negativen
    Realzins. Die Frage ist, wie lange lassen sich die Anleger an der Nase rumführen ? Wenn wir wieder normale
    Verhältnisse bekommen, dürfte das System abstürzen, weil ein Zinsanstieg nicht mehr bezahlt werden kann.

    1. „Keine Ahnung“ sagte ich absichtlich nicht, sondern „noch nicht verstanden ..“
      Die Lösung ihres Anliegens ist folgende: Deflation trifft zuerst die Sachgüter-Preise, also Aktien, Immobilien usw. Der Grund sind die darauf lastenden Schulden. Während dessen können Konsumgüterpreise noch steigen, ja sie werden sogar hochgetrieben, z. B. durch Städte, die Steuerausfälle haben und den Konsumenten durch höhere Müllabgaben zu Kasse bitten. Erst in fortgeschrittenem Stadium zeigt sich dann die Defla auch bei den Konsumgütern, die ja am Ende der ökonomischen Kette stehen.

      1. habe verstanden, aber warum rennen gerade in Deutschland und in der Schweiz die Immobilienpreise seit Krisenbeginn stark nach oben, zugegebenermaßen in Ballungsräumen. In den Jahren davor wurde auch mit Kredit gehebelt finanziert, was erklärt diesen Preissprung, entsteht hier nicht die ganz grosse Blase? Die niedrigen Zinsen unterstützen sicher derzeit, aber muss der Zins für Geld in der Deflation nicht sprunghaft steigen? Dann käme es ja zum grossen Erwachen bei Kreditfinanzierten Immobilien.

        1. Die Leute glauben, dass Immobiliien sichere Geldanlagen seien. Dies ist richtig in der Inflation, nicht aber in der Deflation.
          Und, ja, die Zinsen werden steigen, und, ja, das Erwachen ist die Folge. Allerdings kommt das ganz grosse Erwachen nur bei denen, die ihre Immobilien zu heutigen Preisen auf Kredit finanzieren.

  9. Sehr geehrter Herr Malik,
    zunächst danke für Ihre Erklärungen hinsichtlich Deflation etc.
    Bin mit Ihnen konform, bzgl. Gold glaube ich jedoch dass der Bullenmarkt wahrscheinlich noch ein paar Jahre weitergehen wird, danach wird es zu den von Ihnen prognostizieren nachhaltigen Goldpreiseinbrüchen kommen.

    Jetzt zu meiner Frage:
    Ich beabsichtige einen Haus zu bauen, kreditbehaftete Immobilien (Wohnhäuser etc.) wird man also in Zukunft günstiger erwerben können, wie schaut es aber bei den Hausbaumaterialien einschleßlich den Arbeitsleistungen aus ? Wäre es also noch ratsam mit einem Hausbau zu warten ?

    Danke und Lg aus Südösterreich

    W.Z.

    1. Auch Material und Löhne werden sinken. Wenn Sie noch warten können, würde ich also warten. Irgendwo muss man aber natürlich mit seiner Familie auch anständig leben. Die Entscheidung kann ich Ihnen nicht abnehmen.

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