Aufwärts im grossen Bear-Market

Für Bear-Markets ist es sehr typisch, dass sie immer wieder unterbrochen werden durch sehr scharfe, oft explosive Aufwärtsbewegungen. Dies verleitet die Mehrheiten systematisch zum Glauben, jetzt sei alles vorbei, der Markt habe seinen Boden gefunden und es gehe nun aufwärts. Daher müsse man genau jetzt Aktien kaufen, weil es so günstige Einkaufsmöglichkeiten nie wieder gebe.

Das ist ein extrem gefährlicher Irrtum, wie ein Beispiel verdeutlicht. Im Bearmarket von 1929 – 1932, der den Dow Jones Index damals um 90% in die Tiefe riss, gab es 8 feuerwerksartige Aufwärtsbewegungen, die im Durchschnitt um je 33% in die Höhe schossen. Danach drehte der Mark aber wieder abrupt, und die nächste Talfahrt begann.

Solche Informationen sind weit mehr als Gold wert, denn sie ermöglichen das Navigieren in der Unsicherheit und sie retten das Leben.

Autor: F. Malik

"Malik is one of the most influential business thinkers..." (Business Week) "Malik has become the leading expert on Management in Europe... He is a commanding figure - in theory as well as in the practice of Management." (Peter Drucker, Doyen of Management)

4 Gedanken zu „Aufwärts im grossen Bear-Market“

  1. In den meisten Medien werden als Gründe für die aktuelle Aufwärtsbewegung an den Börsen genannt:

    – das evtl. Aufkaufen italienischer und europäischer Staatsanleihen durch China, und
    – das zur Verfügung stellen von US-Dollars (durch die Notenbanken) an die europäischen, insbesondere die französichen, Banken

    Viel wahrscheinlicher liegt die Ursache allerdings im dreifachen Hexensabbat (http://de.wikipedia.org/wiki/Hexensabbat_%28B%C3%B6rse%29) kommenden Freitag – die allermeisten Marktteilnehmer haben in den letzten drei Monaten nicht damit gerechnet, dass wir auf diesem tiefen Niveau sein werden, also haben die ihre Positionen zu weit höheren Preisen abgeschlossen und versuchen seit Anfang der Woche den Markt noch möglichst weit nach oben zu ziehen um die Wetten halbwegs verträglich am Freitag abwickeln zu können.

    Danach kommt der große Knall. Wir befinden uns in einem Reset des Finanzsystems. (frei nach Dirk Müller im DAF, 14.09.2011)

    1. Der Triple Witching Day spielt zwar eine gewisse Rolle, aber nur ganz kurzfristig. Die wahren Gründe sind andere. Sehen Sie dazu bitte viele meiner Blog-Einträge. Dirk Müller sagt manchmal Kluges und dann auch wieder das Gegenteil. Wer die Börse nur seit Anfang 1980er Jahre kennt, wie er, kennt noch nicht die ganze Wahrheit. Meine eigenen Börsenerfahrungen haben Mitte der 1960er begonnen. Die meisten stammen aus den heissesten Märkten, die es gibt, nämlich den Futures Märkten. Dagegen ist die DAX-Welt ein Kinderhort.

  2. Mit Aktien zocken ist mir zu heiß. Rein akademisches Interesse.
    Kann man Zeiträume angeben wie lange die Aufwärtsphasen dauern?

    Wenn es keine feste Zeitspanne gibt. Gibt es andere Erkennungszeichen wann eine Zwischenaufwärtsphase zu Ende geht?

    Würde mir den Kursverlauf gerne selbst anschauen. Wo gibt es detaillierte Kursaufzeichnungen von den Börsen 1929-1932?

    1. Daten z.B. von http://www.cqg.com/
      Die Aufwärtbewegungen haben jeweils wenige Wochen bis Monate gedauert. Die Abwärtsbewegungen sind danach meistens noch schneller gegangen.
      Erkennungsmarken ergebn sich aus der Höhe der Erholung, wenn auch nicht ganz zuverlässig. Es sind die sogenannten Fibonacci-Zahlen: 1/3, 1/2, 2/3, 4/5, 1/1
      Man kann also 4 x daneben liegen, und braucht daher eine Trading-Taktik die dem Rechnung trägt.

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