Ein Irrtum, der teuer werden kann

In einigen einflussreichen Medien kann man heute lesen, die Aktien seien nun so niedrig, dass Börsenoptimisten auf Schnäppchen-Jagd gehen können. Vielleicht, wenn einer ein ausgebuffter Börsen-Profi ist. Optimismus allein genügt nicht.

Das sind typische Alt-Welt-Denkweisen, die teuer werden.

Autor: F. Malik

"Malik is one of the most influential business thinkers..." (Business Week) "Malik has become the leading expert on Management in Europe... He is a commanding figure - in theory as well as in the practice of Management." (Peter Drucker, Doyen of Management)

8 Gedanken zu „Ein Irrtum, der teuer werden kann“

  1. Noch schnell zum Abend, jeeep – so sehe ich es auch. Danke für die Kontaktaufnahme. Sie haben Post Herr Ludwig. Sehr strukturiert derzeit Herr Malik (die richtige Richtung verfolgend), die ganzen Ideen von Liquidität, Wachstum, Geld, … berücksichtigend – ganzheitliche Managementberatung.

    FEIN, freue mich auf mehr …

  2. Sehr geehrter Herr Malik,

    mich würde einmal Ihre Meinung zu folgendem Artikel interessieren:
    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=13309

    Krugman: Deflation nach Japan-Art, nicht Inflation nach Weimar-Stil

    September 12, 2011

    Seit die horrenden Probleme im Subprime-Hypothekensektor die größte Finanzkrise seit den 1930iger Jahren auslösten, seien global agierende Investoren jetzt noch weitaus größeren Risiken ausgesetzt, wie Eric Upin, Investitionsvorstand bei Makena Capital, erklärte. Laut Nobelpreisträger Paul Krugman steige Gold nicht auf Basis inflationärer Ängste, sondern aufgrund weltweit fortschreitender Deflationsentwicklungen. Gold sei vor allem deshalb gefragt, weil es keinem Kreditausfallrisiko unterliege.
    Situation heute schlimmer als in 2007 – neben Banken wackeln jetzt auch die Staaten

    Die Liste der anhängigen Risiken – gefährdeter Euro, weltweite Bankenkrise, Deflation, globale Rezession und vieles mehr – sei heutzutage noch weitaus länger als damals im Jahr 2007 vor Ausbruch der Finanzkrise. Auch die dadurch resultierenden Auswirkungen würden sehr viel mehr Konfliktpotenzial in sich tragen als zum damaligen Zeitpunkt, wie der insgesamt $14,5 Milliarden verwaltende Upin am Rande einer Konferenz in New York ausführte. Diese gigantischen Kräfte werden sehr wahrscheinlich dramatische Ausschläge zur Folge haben. Heute gebe es ein komplett anderes Drehbuch, in dem man sich vor allem auf das Reduzieren von Volatilitäten und Kapitalrisiken konzentrieren müsse, so Upin. Nobelpreisträger Paul Krugman sieht dies ähnlich. Wie Krugman in seiner Kolumne in der Onlineausgabe der New York Times schrieb, sei der Goldpreis in den letzten Jahren nicht auf Basis von Inflationsängsten in die Höhe geschossen. Die meisten Marktteilnehmer seien zwar dieser Ansicht, so Krugman. Gold sei jedoch aufgrund deflationären Drucks und viel zu niedriger Zinsen für Investoren attraktiv zu einem Alternativinvestment geworden. Im Zuge niedriger Leitzinsen mache es durchaus Sinn, Gold anzuhäufen und es für zukünftige Zwecke zu horten. Kurzfristig bis mittelfristig werde sich dies in höhere Goldpreise übersetzen, wie Krugman in seiner New York Times Kolumne ergänzte. Dies sei im Grunde die wahre Geschichte über Gold, in der dessen Preis gestiegen ist, weil die zuvor erwarteten Renditen auf andere Investments gesunken sind; nochmals wiederholte Krugman, dass es dabei keineswegs um Inflationserwartungen gehe. Steigende Goldpreise seien kein Zeichen für eine anziehende Inflation, sondern seien in der Realität das Ergebnis einer anhaltend am Boden liegenden Wirtschaft, die in einer Liquiditätsfalle fest stecke – eine Wirtschaft, der Im Grunde eine Deflation japanischen Stils bevorstehe und nicht eine Inflation im Weimarstil, so Krugman.
    Vilelen Dank und mit freundlichem Gruß Heike T.

    1. Wie die meisten Ökonomen ist auch Paul Krugman erst im Nachhinein klug. Als ich vor zwei Jahren mit ihm diskutierte, war er auf Inflation getrimmt und Deflation, über die ich damals referierte, war ihm so gut wie unbekannt. Mal sehen, was er sagt, wenn das Gold zurückgeht.

  3. Aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus gehen auch heute noch Amerikaner davon aus dass die ganze Krise nur aufgrund der europäischen Schuldenproblematik entstanden ist. Die krise in einem größerem Zusammenhang zu sehen ist nicht beliebt

    1. Ja, das tun sie. Unter anderem die meisten die Natur der Krise noch nicht verstehen; einige aber auch um von den eigenen überbordenden Schulden abzulenken, aber auch deshalb, weil die meisten keine Ahnung von Europa und auch nicht Asien haben.
      Viele sind reine Binnen-Kontinents-Menschen.

    2. Aus meiner persoenlichen Erfahrung diskutieren viele Amerikaner die europaeische Schuldenproblematik nur deshalb, weil es in den Medien gerade en vogue ist. Was und warum etwas passiert und ob man vielleicht ein aehnliches Problem im eigenen Land hat, wird nicht im Fernsehen diskutiert und kommt deshalb auch nicht in den Diskussionen vor.

      1. Sie haben weitgehend Recht. Ursprung und Treiberkräfte der Finanzkatastrophe sind die USA, und die von dort um die Welt gegangenen Business Schools mit ihren MBA-Programmen. In Europa haben wir diese aber etwas dümmlich nachgeahmt, weil wir uns bluffen liessen von den Scheinerfolgen der US-Wirtschaft.

  4. Nach Goethes Faust: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“… Lieber Herr Malik, so lässt sich mehr oder weniger die Reaktion auf die wirklichen Zusammenhänge beschreiben. Mein Eindruck ist, dass sich Menschen (sicher nicht alle aber viele) dieses Szenario nur sehr schwer vorstellen können. Vielleicht auch, weil sie ähnliches noch nicht erlebt haben, oder weil es zu viel Zeit kostet, sich inhaltlich mit den wesentlichen Dingen auseinander zusetzen. Ich versuche bei uns im Unternehmen immer wieder auf die Zusammenhänge und die damit verbundenen Gefahren hinzuweisen, dies jedoch ziemlich erfolglos (zuhören ja – glauben nein).
    Der Einfluss der Massenmedien hier ist so stark, dass allein durch das ständige wiederholen der „falschen“ Thesen, Dinge nicht mehr hinterfragt und einfach als richtig wahrgenommen werden. Ein weiteres großes Problem ist, dass vieles nicht mehr zu Ende gedacht wird. Die Kombination aus sich ständig wiederholenden falschen Thesen und der Neigung, Dinge nicht mehr gründlich bis zum Ende zu denken, verstärken sich gegenseitig. Was nun? Hoffen das die Einsicht siegt? Eher Unwahrscheinlich – Wahrnehmung hat doch in vielen Fällen mit erleben zu tun. Vielleicht sind alle deswegen hinterher immer erst schlauer – wer also glaubt, dass wir aus der Geschichte gelernt haben, hat wohl nichts gelernt (?). Und sich hinterher darüber freuen Recht gehabt zu haben, ist ein schwacher Trost. Also was kann man tun? Sich das richtige Unternehmen suchen? Wie aber ist es zu finden? Das ist sehr schwierig, denn selbst wenn man auf einem Senior Level einsteigt, bekommt man in der Einstellungsphase nicht den vollen Einblick oder besser Durchblick.

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