Kopernikanische Wende… von Daten zu Erkenntnis

Die heutige Erkenntnissituation hat grosse Ähnlichkeit mit der Zeit von Nikolaus Kopernikus, der 1543 das Weltbild vom geozentrischen zum heliozentrischen revolutioniert hat. Aber das ist m. E. nicht die grösste Sensation, so grossartig und mutig seine Leistung war. Mir erscheint bei weitem wichtiger, dass Kopernikus dies ohne neue Beobachtungen oder Daten tat. Jeder hatte damals dieselben Daten. Kopernikus aber deutete sie anders.
Genau so ist es heute: Jeder hat dieselben Daten, sie rauschen täglich durch das Internet. Jeder kann daher gleich informiert sein. Nur wenige aber stellen die Frage: Was bedeuten die Daten?

99.9% lesen daraus Inflation und nur ein paar wenige Deflation. Genau das ändert aber das Weltbild – von falsch auf richtig. Mit Daten und Information allein geht das nicht, sondern nur mit Erkenntnis.

Autor: F. Malik

"Malik is one of the most influential business thinkers..." (Business Week) "Malik has become the leading expert on Management in Europe... He is a commanding figure - in theory as well as in the practice of Management." (Peter Drucker, Doyen of Management)

35 Gedanken zu „Kopernikanische Wende… von Daten zu Erkenntnis“

  1. Wie ich schon berichtete, ist mir im realen Leben, also da, wo ich mein Geld gegen Ware ausgebe, keine Deflation
    begegnet. Im Gegenteil, alles wird teurer, oft sogar dramatisch teurer. Weil ja bekanntlich, seit Euroeinführung, es hierzulande zu realen Einkommenverlusten gekommen ist, kann es übrigens nicht mehr lange gutgehen. In meinem
    Bekannten und Freundeskreis reagiert man schon. Versicherungen werden optimiert, Zeitungen eingespart, teure
    Sportarten abgewählt. Nur, man gibt noch nicht zu, das man wegen dieser Entwicklung immer mehr unter Druck kommt. Die Pensionsgesellschaften können bald ganz sicher nicht mehr das Versprochene erwirtschaften. Die
    Renditen aus sicheren Anlagen schrumpfen, Abschreibungen kommen dazu. Hier darf man gespannt sein, wenn es zu ersten Leistungskürzungen kommt. Wenn es Deflation geben wird, dann kommt sie über die Schrumpfung der
    Vermögenswerte. Sind sie über Kredite finanziert , gibt es Nachforderungen. Können diese nicht erbracht werden, wird liquidiert. Vermögenspreise fallen…Nachforderungen…usw. Vermögenspreise fallen, weil Schulden beglichen werden. So geraten wir in einen Strudel. Leute werden ärmer und kaufen weniger. Deflation…kommt ?

    1. Ja, Deflation kommt und ist schon da. Aber es ist wie mit metastasierendem Krebs, bevor die Medizin wusste, dass es so etwas gibt und es diagnostizieren konnte. Man glaubt, der Patient habe Fieber und hohen Blutdruck. Deshalb setzt man ihm Blutegel an …

  2. Ich habe den Artikel von Prof. Gunnar Heinsohn „Die Finanzkrise wirklich verstehen“ gelesen.

    Zitat:“ …So bekennt etwa der Würzburger Ordinarius Peter BOFINGER, einer
    der deutschen fünf Wirtschaftsweisen, im Mai 2009: „Wir haben sehr ausdifferenzier-
    te makro-ökonomische Modelle, sie haben nur einen Nachteil, es gibt [in ihnen] kei-
    nen Finanzsektor.“ …

    H A L L L O O O O ?!!! Keinen Finanzsektor??!! Das heißt ja dass die Mainstream-Ökonomen allesamt nicht alle Tässchen in der Vitrine haben!

    Für mich als Laien hört sich die Argumentation von Prof. Heinsohn sehr plausibel an. Dass Herr Prof. Malik seiner Sicht der Dinge voll zustimmt hat für mich Gewicht. Dennoch möchte ich gerne fragen, ob es denn andere Ökonomen gibt die sich sachlich mit Prof. Heinsohns Theorie des Debitismus auseinandersetzen?

    Gibt es belastbare Praxiserfahrungen bei denen sich die Theorie des Debitismus als richtig und nützlich erwiesen hat? mit freundlichen Grüßen

    Stefan Ludwig

    1. Es gibt Kritik, die HS in Ihrem Buch „Eigentumstheorie des Wirtschaftens versus Wirtschaftstheorie ohne Eigentum“ 2002 sorgfältig beantwortet haben, incl. aller Quellenangaben.
      Die heutige Mainstreamökonomie ist vorkopernikanisch. Heinsohn/Steiger haben das als einzige bisher geändert. Studieren Sie das, es lohnt sich.

      1. Sorry, Fehlerteufel…
        @ Prof. Malik/@Stefan Ludwig Ja, es ist schon sagenhaft was da abgeht. In den Naturwissenschaften dürften wir aber schon die größten Irrtümer hinter uns haben. Deshalb können wir ja vors Haus gehen und in das Auto steigen, Schlüssel umdrehen und das Ding fährt…Gleichwohl gibt es auch hier noch Überraschungen. Neutrinos können sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen…oder auch nicht…Im Widerstreit der Ökonomen geht es in der Spanne von Hyperinflation bis zu Deflation. Ich muss versuchen aus diesem Saftladen die richtigen Schlüsse zu ziehen, was für mich heißt: Prof. Malik gibt den besten Rat: Cash halten und abwarten. Investiert man 100% und es kommt so wie P.M. weissagt, sitze ich am Ende auf einem schäbigen Rest von 10%. Behalten die Inflationisten recht, merken wir es in den nächsten 6 bis 12 Monaten und wir können unsere Entscheidungen neu treffen. Im übrigen liegt man in diesem Sektor mit der Mehrheitsmeinung fast immer falsch. Das bitterste und schwerwiegenste Scenario wäre allerdings eine schwere Deflation. Meine Kinder fliegen auf die Straße… Armut… Entbehrung…Leiden. Ich kann nur
        hoffen, das es nicht so kommt.

        1. Sie wenden die richtige Logik an. Wie es wirklich kommt, ist eine Sache. Wie man sich auf die möglichen Szenarien jedoch vorbereitet, ist eine ganz andere Sache. Die Inflation sieht man kommen, und kann dementsprechend immer wieder neu entscheiden. Bleibt man investiert und kommt die Deflation, sind hohe Verluste programmiert. Bleibt man in Bargeld, kann also wenig passieren.

      2. Lieber Herr Professor Malik,
        ich sehe gerade so vor mir, daß wir in einigen Jahren diesen Blog als besonderen “ Zeitzeugen“ in einer historisch einschneidenden Zeitenwende betrachten werden. Dieses Ringen der Teilnehmer, ausserhalb des Mainstreams konsequent zu denken + zu verstehen + mit Ihrer großen Hilfe in all dem Geschehen mit offenem Geist weiterzugehen bzw. souverän zu weiterzudenken…das wird eines Tages mit Abstand betrachtet doch NOCH viel bemerkenswerter sein – glaube ich.
        mit herzlichen Grüßen Karin Binder

        1. Liebe Frau Binder, schön wieder mal von Ihnen zu lesen. Ich hoffe es geht Ihnen gut. Und herzlichen Dank für Ihre so schönen Zeilen. Es freut mich, wenn ich möglichst vielen Menschen dabei helfen kann, ihre Sichtweise zu verändern, besser zu verstehen, was wirklich vor sich geht und daraus auch ein Handeln abzuleiten, das ihnen hilft, Fehler zu vermeiden und sogar die Chancen zu nutzen. Herzliche Grüsse, Ihr F. Malik

          1. Danke Herr Prof. Malik,
            es geht uns sehr gut und dasselbe hoffen wir auch von Ihnen. Darf ich Sie fragen ob Sie die unten angegebenen Videos als repräsentativ betrachten um Syntegration besser zu verstehen oder gibt es andere / weitere ? Mir haben Ihre Erklärungen und diejenigen von Stafford Beer sehr gut gefallen ! Es ist sehr menschlich und würde – bei entsprechender Verbreitung die Welt verändern. Bezüglich Deflation und Ihrer vielen Denkanstöße …werden wir jetzt noch eine Immobilie verkaufen ! Nochmals vielen Dank für Ihren Blog für all diejenigen die offen dafür sind 🙂
            Alles Gute für Sie ! herzlichst Karin Binder
            Computerwoche:
            http://www.youtube.com/watch?v=FduajyEM6Xc
            Sankt Veit:
            http://www.youtube.com/watch?v=Ks4XpaJ-s9M
            Syntegration 101:
            http://www.youtube.com/watch?v=qxPpVN-Wvvs

            1. Liebe Frau Binder, die 3 Videos geben einen kleinen Teil dessen wieder, was eine Kamera während einer Syntegraton aufnehmen kann. Hingen sind die wirklich entscheidenden Vorgänge ebenso unsichtbar, wie die Schwerkraft. Man kann nur die Wirkungen der Schwerkraft sehen, nicht aber diese selbst.
              Das sind unter anderem die sich selbstregulierenden Informationsflüsse und z. B. die Selbstorganisation,die zwischen den TeilnehmerInnen durch die Vernetzungslogik ermöglicht wird. Besonders beeindruckend ist bei jeder Syntegration ihr Einfluss auf die Organisationskultur, z. B. der Wandel von Resignation zu Aufbruchsstimmung, die Umwandlung von Lethargie in die Mobilisierung sozialer Energie und die Entschlossenheit die für das Umsetzen der Resultate entsteht.
              Soeben hat uns das grösste österreichische Bundesland Niederösterreich mit 1.6 Mio Einwohnern beauftragt, das ganze Land mit einer einzigartigen Kombination aus Syntegrationen und kompakten Spezial-Ausbildungsprogrammen sowie Umsetzungs-Tools auf den Weg zur finanziellen Gesundung und organisatorischen Funktionsverbesserung zu bringen. Dies ist eines der Beispiele, wo nun die Politik mit Pioniergeist unsere neuen Sozial-Technologien breitflächig und für die Ganzheit des Systems einsetzt. Sie werden jetzt gut verstehen, dass ich während des politischen Entscheidungsprozesses die vielen Anfragen im Blog auf Anwendung in der Politik leider noch nicht beantworten konnte.
              Alles Gute, Ihr Fredmund Malik
              PS: Immoblien abstossen ist richtig!

          2. Ich schätze die Syntegration in Tulln wird eine echte Feuerprobe. Soweit ich das aus dem Lesen von drei eher kleinen Meldungen erschließen kann ist die SPÖ vor Ort voll dagegen. Bürgermeister aus anderen Orten sind auch dagegen.

            Was mir nicht gefällt ist das manche Leute eine Meinung dazu haben bevor sie überhaupt wissen was eine Syntegration ist. Da wird – auch aus Mangel an Information – behauptet
            Zitat „Schlögl glaubt nicht an einen „Wunderwuzzi, der für Hunderttausende Euro Lösungen aus dem Hut zaubern kann“. Budgetprobleme würden sich in jeder Kommune anders darstellen, deshalb „sollte jede Gemeinde ihre Aufgaben selbst lösen“, meint Schlögl.

            Der Mann hat es nicht verstanden. Es wird genau das gemacht was er vorschlägt Nur mit viel größerer Geschwindigkeit und besseren Ergebnissen. Die Teilnehmer der Syntegration SELBST sind es die jeweils völlig individuell zugeschnitten auf die Situation IHRER Gemeinde bahnbrechende Lösungen finden. Die Ergebnisse werden nicht übertragen sondern in jeder Syntegration angepaßt auf die jeweilige Gemeinde gefunden. mit freundlichen Grüßen Stefan Ludwig

            1. Lieber Herr Ludwig, genauso wie Sie schreiben, ist es.
              Das Niederösterreich – Projekt ist ein Meilenstein und wird Schule machen. Sie werden verstehen, warum ich vor der definitiven Beauftragung und dem Beschluss im Landtag nicht über dieses Projekt sprechen wollte und konnte. Zu viel hängt davon ab, auch für die mutigen Landespolitiker, wovon ich besonders Herrn Mag. Sobotka, den Landeshauptmann-Stellvertreter, erwähnen will.
              Eine Zeitlang wird es noch Störfeuer aus verschiedensten Richtungen geben. Zum einem guten Teil kommt dieses aus Informationsmangel, denn um die öffentliche Auschreibung fair zu gestalten, konnten wir ja nicht alle unsere Projektspezifika jedem mitteilen. Nun erst können wir den Medien und den politischen Vertretern alle nötigen Informationen geben.

      3. Nehmen wir einmal an, es gelänge tatsächlich mit Hilf Ihrer Tools, insbesondere der Syntegration, alle Organisation zu flexiblen Hochleistungsgesellschaften mit kybernetischem Managementwissen zu entwickeln. Was wäre damit gewonnen ? Die zerstörerische innere Dynamik des exponentiellen Geldvermögenswachstums und die Konzentration in den Händen weniger wäre damit doch nicht beseitigt ? Spätestens ab dem Zeitpunkt wo die Wachstumsraten des Geldvermögens, angetrieben durch den Zinsmechanismus, die Wachstumsraten der Realwirtschaft übersteigen würde das System erneut umkippen. Die Katastrophe wäre erneut programmiert. Die bisherige Mainstream-Ökonomie ging davon aus, dass die Gier des Individuums letztlich auch zu einer Wohlstandsmehrung der Gemeinschaft führen würde. Sie ersetzen die Grundannahme dadurch, dass an die Stelle der Gier des Individums das Hochleistungs-Individum/Unternehmen/Organisation tritt. Beide Annahmen führen aber leider in die Irre. Solange keine überzeugende Alternative zum derzeit bestehenden Zinssystem entwickelt wird, führen alle Lösungsansätze erneut in die Katastrophe. Auch Heinsohn bietet hierzu nicht mal im Ansatz eine Lösung an.
        Gerd Walter

        1. Es gibt viele, die sich vorwiegend damit befassen, was nicht(!) geht. Meine Zeit setze ich für jene ein, die fragen: Was ist zu tun, damit es geht … ?

          1. Herr Walter,

            ich freue mich dass Sie im obigen Beitrag den Schwerpunkt auf konstruktiv-kritisches legen. Ich teile ihre Bedenken. Wenn alles nur effizienter wird und sich ansonsten nichts ändert bin ich auch der Ansicht, dass der nächste Crash vorprogrammiert ist. Ich sehe aber einen Ausweg:

            Spätetstens zu dem Zeitpunkt an dem ein Grundverständnis über Kybernetik ebenso zum Allgemeinwissen wie das kleine 1×1 gehört, gehe ich davon aus das man der, dem durch Zinseszins zwangsweise auseinandergehenden Schere zwischen Arm und Reich und der Kondratieff-Zyklen überdrüssig wird und die Gesellschaft weiterentwickelt zu einem sich selbstorganisierenden und damit auch selbst-STABILISIEREDEN System.

            Um das noch breiter wirken zu lassen fände ich es gut wenn Herr Malik die Software Ecopolicy unter einer Lizenz die es jedem gestattet sie kostenlos zu NUTZEN freigeben würde. Herr Malik was spricht aus ihrer Sicht gegen eine solche Änderung der Nutzungsbedingungen der Software?
            mit freundlichen Grüßen Stefan Ludwig

          2. Ich bin Abonnent Ihres – Management-Letters und habe auch einige Ihrer Bücher studiert. Bezüglich des Zinseszinsmechanismus wird von Herrn Walter m.E. ein ganz entscheidender Punkt angesprochen. Weder die Liquiditätsprämientheorie noch die Eigentumsprämientheorie von Heinsohn halten einer wissenschaftlich fundierten Analyse stand. Mich würde daher auch interessieren, welche Meinung Sie zu dem eigentlichen Kern des Zinsproblems haben. Die Diskussionen zur Syntegration in diesem Blog halte ich allerdings für fast hysterisch.Ich bin seit vielen Jahren Geschäftsführer in der Industrie und kann solche Diskussionen nicht mal im Ansatz nachvollziehen. Hier wird über ein Verfahren diskutiert wie Blinde es über die Farbe tun würden. Sowohl die Befürworter in diesem Blog als auch die Skeptiker kennen das Verfahren offensichtlich nicht aus eigener Erfahrung, diskutieren jedoch heftig die pros und cons. Vergleiche mit Fleming, Isaac Newton und Kopernikus würde ich lieber unterlassen. Ich behaupte, wirklich bahnbrechende Entwicklungen waren fast immer die Leistung von Individuen! Die Relativitätstheorie von Einstein wäre wohl kaum mit einer Syntegration die Welt gekommen ?

            A.M.

            1. Ich bin nicht sicher, dass ich ausreichend verstehe, was Sie meinen. Wenn Sie meine Letters kennen und gar meine Bücher, vor allem das jüngste, dann wissen Sie, was Syntegration ist. Die Vergleiche mit Fleming etc. kann man leider dann nicht unterlassen, wenn es Poster gibt, die glauben, dass etwas was „alt“ ist, deswegen schon falsch sei. Dass Sie bezüglich grosser Erfindungen meine seit langem publizierte Auffassungen übernehmen, freut mich. Auch Newton, Fleming und Kopernikus waren ja Einzelgänger.
              Falls Sie eine Publikation haben, die Heinsohn/Steiger widerlegt, schicken sie mir bitte die nötigen Angaben.

          3. Herr Ludwig,
            vielen Dank für Ihre konstruktive Antwort. Die Kybernetik halte ich auch für einen wirklich vielversprechenden Ansatz. Wie könnte das von Ihnen erhoffte selbststabilisierende System aussehen ? Glauben Sie, dass die wirklich Mächtigen dieser Welt, und das sind eben keine Politiker, das wirklich zulassen würden ? Die wirklich beängstigende Macht weniger Finanzmagnaten basiert doch einzig und allein auf diesem positiven Rückkopplungsmechanismus im Geldsystem ?
            Gerd Walter

            1. Nachdem sie von diesen Dingen so viel zu verstehen scheinen, werden Sie uns sicher auch einige Veröffentlichungen angeben, wo wir das nachlesen können .. .

          4. Herr Malik,
            sehr gerne gebe ich Ihnen einige Publikationen bekannt, aus denen Sie die eindeutige Widerlegung der aus der Eigentumsprämie abgeleitetet Zinstheorie von Heinsohn nachlesen können:

            „Über das Geld – Geschichte und Zukunft des Wirtschaftens“ von Bernd Striegel, Verlag Ulmer Manuskripte (insbesonder ab S. 90 ff)

            „Der Nebel um das Geld“, „Der Tanz um den Gewinn“ von Prof. Dr. Bernd Senf.
            Hier können Sie auch einiges über den Zinseszinsmechanismus lernen.
            Veröffentlichung von Bernd Senf in der Zeitschrift für Sozilaökonomie – Jahrgang 1999. Der Titel ist „Die kopernikanische Wende in der Ökonomie“ –
            Diese Überschrift passt ironischerweise zu Überschrift Ihres Blog-Themas -:)
            Gruß
            A.M.

            1. Schade, ich dachte, dass Sie noch unbekannte Aspekte einbringen würden, und hätte mich darauf gefreut. Bernd Senf ist mir natürlich bekannt. Auch Heinsohn/Steiger haben sich mit seinen Arbeiten befasst. Von einer argumentativen Widerlegung der HS-Ökonomie kann Senf aber nun gar nichts beitragen.
              Die Zins und Zinseszins ist eine Problematik, die ebenfalls jedem Kenner seit Jahrzehnten bekannt ist, gerade ich Zusammenhang mit den Staatschulden und der Exponentialentwicklung durch den Zinseszinseffekt. Dazu hat u. a P. C. Martin bereits 1983 alles geschrieben, was man wissen muss, um den Effekt zu verstehen und er hat auch die nötigen konkreten Zahlen der damaligen Situation für viele Länder dargestellt. Dass Herr Dirk Müller im Jahr 2011 auch noch drauf kommt, dass es hier ein Problem gibt, und dafür herumgereicht wird, ist nur ein umso stärkerer Beweis über die Unkenntnis von Medien und Publikum. Das Gold-Ball-Beispiel ist zwar für Laien immer wieder beeindruckend, aber längst bekannt. Auch die Lösungen sind selbstverständlich bekannt und im Kern ganz einfach. Im wesentlichen gibt es zwei: Einerseits das sogenannte „Jowel-Jahr“ des alten Judentums, und andererseits strikte Ausgabendisziplin bei Staatsverschuldung, wie sie z. B. für die Schweiz gilt, wo sie noch dadurch verstärkt wird, dass über fast alle wesentlichen kreditfinanzierten Projekte das Volk abstimmen muss, das so häufig Nein sagt, dass die CH bisher nicht in die Zinseszinsfalle kommen konnte. Der Zinseszins entsteht ja erst dann, wenn die Zinsen nicht mehr verdient werden kann, sondern mit neuen Krediten bezahlt werden muss.
              Den Zins als solchen – zumeist aus religiösen Gründen – ausschalten zu wollen, ist weder Gesell noch Ferguson und anderen gelungen, weil diese so wenig geht, wie die Gravationskraft ausschalten zu wollen. Das sind alles liebenswürdig gemeinte Ansätze, die aber weit weg von der Realität sind.
              Schade, noch Unbekanntes hätte mich sehr gefreut.

          5. Schade, Herr Malik. Jetzt argumentieren Sie also selbst mit alt/neu ?
            Es ging auch nicht um die Widerlegung einer HS-Ökonomie, sondern um seine Zinstheorie. HS hat im Hinblick auf d. Geldentstehungstheorie gute Arbeit geleistet. Seine Zinstheorie ist aber auf Sand gebaut. HS hat die Ursachen der geldsystemischen Fehlentwicklungen nicht erkannt. Im Gegenteil, er zementiert das Zinssytem noch. Gesell hat schon 1916 alles wichtige dazu gesagt und den 2. Weltkrieg exakt vorhergesagt. Andere haben das Problem jedoch sehr umfassend analysiert und wissensch. untersucht. Sie haben übrigens auch entsprechende Reformvorschläge gemacht. (u.a. Prof. Huber, Prof. Senf) Siehe bspw. http://www.monetative.de Die Eigentumsprämientheorie wird bei Striegel ab Seite 90ff. eindrucksvoll ad absurdum geführt. Auf Striegel sind Sie jedoch nicht eingegangen. Wie strikte Ausgabendisziplin das exp. Wachstum d. Geldvermögen begrenzen soll, müssten Sie mal begründen. Den Staat als Schuldenmacher „wegsyntegrieren“ wird keine Lösung sein. Wie sollen dann die Zinsen der wachsenden GV bedient werden ?
            Die Lösung „Jubeljahr“ bedeutet regelmässige Währungsreformen. Das wäre nicht kybernetisch, sondern Systemkollaps !
            A.M

            1. Wenn Sie genauer hinschauen, sehen Sie, dass ich keinesweg mit „alt/neu“ operiere, sondern mit „richtig und falsch“ im Sinne der wissenschaftlichen Logik. Wie ich in früheren Antworten, u. a. zu Herrn Walters Postings deutlich sagte, kommt es nicht auf das Alter einer Theorie, Hypothese, Lösung etc. an, sondern darauf, ob sie im Sinne der Logik richtig ist. Die von Gesell und um ihn herum entwickelten Ansätze sind oft und gründlich genug diskutiert und dabei eben auch widerlegt worden.

              Die Lösung des Zinseszinsproblems ist wirklich sehr einfach: Solange der Zins aus der Produktion verdient und bezahlt wird und nicht aus neuen Krediten, ist das System stabil und reguliert sich selbst. Man spricht daher auch von „self-liquidating“ und „non-self-liquidating“ credit. Das funktionierende Beispiel dafür habe ich ebenfalls dargelegt: Die Schweiz, wo die Schulden per Verfassung jenen Punkt nicht überschreiten dürfen, was ausserdem doppelt abgesichert ist durch die obligatorische Volksabstimmung. Dies ist eben richtig verstandene und richtig angewandte Kybernetik durch Selbstregulierung von Systemen. Damit kann ein Geldvermögen gar nicht bis zu dem Punkt wachsen, wo der Zins nicht mehr bezahlt werden könnte. Die führt zwar zu niedrigeren Wachstumsraten der Wirtschaft, die dafür aber gesund und nachhaltig sind.

              Davon, dass der Staat „wegsyntegriert“ wurde, war nicht die Rede, sondern vielmehr davon, dass mit Syntegration die meisten Organisationen befähigt werden können, doppelt so gut zu funktionieren mit der Hälfte des bisherigen Geldes. Dies ist bereits bewiesen. Es wäre mir und der Sache gedient, wenn Sie korrekt lesen bzw. so zitieren würden. Sonst wird zu viel Zeit verschwendet.

              Und zum Schluss: Das Jubeljahr bedeutet eben gerade keinen Kollaps, sondern antizipierende Beschränkung der Kreditvergabe im Verbund mit dem Zinssatz. Wenn Sie die Dynamik dieser Lösung durchdenken, werden Sie das schnell entdecken. Sehr geehrter A.M., damit betrachte ich diese Diskussion als abgeschlossen. Mein Blog dient nicht der Diskussion von überholten Wirtschaftstheorien, sondern dem richtigen Verstehen der heutigen Krise und unseren weltweit einzigartigen, durchschlagend wirksamen, innovativen Lösungen. Wir schauen in die Zukunft, nicht auf schon oft geführte Diskussionen. Wir schauen darauf, wie wir Menschen und Organisationen helfen können, und die Entscheidungsträger darüber informieren können. Unsere 550 sensationell erfolgreichen Anwendungen geben uns jede Sicherheit, die man nur haben kann, dass unsere Methoden funktionieren und Sie werden daher sicher verstehen, dass meine ganze Kraft und auch die meiner wundervollen Mitarbeiter darauf gerichtet sein muss, reale Menschen zu helfen, ihre realen Herausforderungen zu meistern. Ich freue mich, wenn Sie unsere Arbeit mit Interesse verfolgen, Ihre guten Ratschläge sind uns willkommen, und wenn sich mit uns über das Verbreiten dieser Lösungen ebenfalls freuen.

          6. Ihre Antwort lass ich dann mal so stehen. Es könnten viele Ihrer Aussagen leicht widerlegt werden. Ich gebe Ihnen aber Recht, solche Diskussionen führen wohl zu nichts ! Ich wünsche Ihnen natürlich von Herzen durchschlagenden Erfolg mit der Syntegration. Es wäre wirklich ein phantastischer Erfolg, wenn der weltweite Systemkollaps damit abgewendet werden könnte. Ich befürchte nur, dass diese gut gemeinten Maßnahmen zu spät kommen. Der Point of no Return ist m.E. schon seit 5 Jahren überschritten. Ich hoffe, dass ich mich irre und Sie und Ihre Mitarbeiter tatsächlich Erfolg haben.
            A.M.

            1. Nur in der Sichtweise der herkömmlichen Methoden und Massnahmen ist es u. U. zu spät.
              Hingegen ermöglichen unsere neuen Tools weit mehr als die 100fache Geschwindigkeit der bisherigen Vorgehensweisen, und ausserdem können sie an beliebig vielen Orten gleichzeitig eingesetzt werden. Dies bringt eine völlig neue Qualität in die Lösungen für die grossen Herausforderungen.

        2. Hallo Hr Walter,

          die Frage wie das System aussehen könnte ist wichtig. Wenn ich eine detail. Antwort geben könnte würde ich es tun. Wenn ich dazulerne dann verändert sich mein Standpunkt u. U. Im Moment sehe ich es so:
          Das vorhandene kapitalistische System hat eine enorm erhöhte Komplexität hervorgebracht. Diese bekommt man nur noch mit konsequenter Anwendung von Kybernetik in
          den Griff. Die Anwendung der Kybernetik bringt es aus meiner Sicht geradezu zwangsläufig mit sich, dass die Systeme selbststabiliserend werden. Durch die Anwendung der Kybernetik wird die prinzipipelle Richtungsaussage möglich ob sich die Lebensfähigkeit des Systems erhöht oder verringert. Ich möchte betonen die Richtung NICHT das exakte Ausmaß, NICHT die exakte Geschwindigkeit, NICHT die exakte Belastbarkeit die das System maximal veträgt. Warum sollte man nun durch Anwendung der Kybernetik SEHENDEN Auges die Systemstruktur so aufbauen, dass sich das System selbst zerstört?

          Hr. Malik ich hätte gerne 2500 Zeichen lang antworten wollen. Können Sie neben dem Blog ein Diskussionsforum mit größerer Beitragslänge einrichten? mfg Stefan Ludwig

          1. Herr Ludwig, für die jetzige Zeit muss ich mich auf das Vorhandene beschränken. Im Gegensatz zum dem, was Herr Walter sich zu unterstellen befleissigt hat, ohne sich im geringsten um die Tatsachen zu bemühen, betreue ich diesen Blog nämlich von A – Z selbst. Das kostet ohnehin schon mehr Zeit als ich mir leisten kann. Denn Sie sehen, was für Projekte anstehen, wobei NÖ ja nur ein kleines – allerdings sehr wichtiges – Beispiel ist. In China laufen ganz andere Dinge ab. Über die Universitätspräsidenten und deren Ausbildung bei uns habe ich ja schon berichtet. Nun gibt es aber 1300(!) Universitäten in China, die nun grösstenteils dieselben Fortschritte machen wollen. Dort hält sich zur Zeit niemand mit Diskussionen auf, „warum es nicht geht ..“, sondern es geht nur noch um „was müssen wir tun, damit wir das schnell bekommen .. „

        3. So lange die Antworten von A.M. auf der Ebene „Heinsohn ist eindeutig widerlegt“ und von Herrn Malik auf der Ebene „die Dinge sind bekannt“ bleiben finde ich das unfruchtbar. Ich wünsche mir, dass sowohl A.M. als auch Herr Malik wenigstens in Stichworten argumentieren und auf die konkreten Stellen Buch Kapitel Seite hinweisen wo die Dafür- bzw. Dagegenargumente niedergeschrieben wurden oder diese eben selbst noch einmal vorbringen. mfg Stefan Ludwig

          1. Herr Ludwig, so interessant ihr Vorschlag ist, das würde nun in diesem Blog definitv zu weit führen.
            Solche Ausenandersetzungen sind für den Zweck dieses Blog nicht zielführend. Die schon gemachten Hinweise müssen genügen. Jene, die mehr wissen wollen, kommen um die das Einarbeiten in die Literatur ohnehin nicht herum, denn sonst macht eine Diskussion gar keinen Sinn. Mein Blog dient den Lösungen für die Krise, und in diesem – nur in diesem – Kontext auch dem richtigen Erkennen der wahren Natur der Krise.

  3. Am Wochenende hatte ich Kontakt mit politisch interessierten und man möchte glauben, gut informierten Meschen. Doch die Leute sind ihrem traditionellen „Weltbild“ treu und hängen am Mainstream. Informationen, die nicht in dieses Schema passen, werden ignoriert oder gar abgelehnt. Das ist bequem, weil man nicht groß nachdenken muss.

    Wenn ich heute morgen lese, dass Rohstoffwerte die größten Abschläge im Eurostoxx wegen gesunkener Metall- und Ölpreise haben, passt das nicht so gut ins Inflationsszenario.

    1. Herr Walzer, ein Inflationsszenario habe ich, wie Sie wissen, schon jahrelang nicht mehr für möglich gehalten. Es ist seit mehr als 15 Jahren für mich klar gewesen, dass wir auf eine der historisch grössten Deflationen zusteuern, wenn sich nichts ändert.

      1. Sind eigentlich neben den Banken auch die großen Versicherer wie z.B. Allianz und Co. betroffen, d.h. würden Sie empfehlen, dort (z.B. als Lebensversicherung) angelegte Vermögen in Bargeld umzuwandeln?

        P.S.: Vielen Dank auch für die wirklich sehr interessanten Artikel von Heinsohn und Steiger auf Ihrer Website. Keine leichte Kost, aber habe mich durchgekämpft und beginne zum ersten Mal das Thema Geld zu verstehen.

        1. Versicherungen sind ebenso betroffen. Zum einen auf ihrer Veranlagungsseite über die Finanzmärkte , und zum anderen darüber, dass immer mehr Kunden ihre Gelder abziehen. Geld verstehen nur die allerwenigsten. Sie sind also weit voraus.

  4. Herr Prof. Malik, selbstverständlich weiß jeder, der Ihren Blog besucht, wofür Sie seit mehr als einem Jahrzehnt stehen bzw. wovor Sie Ihre Leser warnen..
    Ich spreche zum Beispiel von vielen Investoren, die nach wie vor viel Geld in überwiegend fremdfinanzierte Vorsorgewohnungen stecken und die Immoblienpreise hochtreiben. Und die Banken finanzieren diese gerne.

    1. Herr Walzer, in Immobilien würde ich heute überhaupt nicht mehr investieren, ausser in ein Haus, das ich selbst bewohne oder meiner Tochter als Aussteuer schenke. Ansonsten ist weit eher Trennung von Immobilien richtig. Die Finanzierungs-Bereitschaft der Banken hängt vom Land ab. In den USA, Irland und England wird man kaum Kredite für Immobilien erhalten. Bei uns sieht es noch anders aus, aber es wird sich rascher ändern, als die meisten glauben.

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