Prof. Heinsohns Kompakt-Seminar für Einblick und Durchblick

Allen LeserInnen empfehle ich eindringlich, Prof. Heinsohns jüngste Beiträge gründlich zu studieren. Sie sind ein hocheffektives Kompakt-Seminar für Überblick und Einblick. Und danach werden Sie endlich den Durchblick haben und mehr von Wirtschaft und der aktuellen Lage verstehen als fast jede/r andere.
Prof. Heinsohn antwortet jeweils beeindruckend kurz und klar verglichen mit Ökonomen-Texten im allgemeinen. Einfach ist die Sache nicht, darum versteht kaum jemand die Wirtschaft wirklich. Wer sich aber die Zeit nimmt, wird aussergewöhnlich reich mit Verstehen und Einblick belohnt. Im Namen aller BloggerInnen danke ich Prof. Heinsohn herzlich für seine so wertvollen Beiträge.

Autor: F. Malik

"Malik is one of the most influential business thinkers..." (Business Week) "Malik has become the leading expert on Management in Europe... He is a commanding figure - in theory as well as in the practice of Management." (Peter Drucker, Doyen of Management)

18 Gedanken zu „Prof. Heinsohns Kompakt-Seminar für Einblick und Durchblick“

  1. Heinsohn ist einer der wenigen, die kenntnisreich und mutig viele der geflissentlich verschwiegenen Fakten ansprechen. Leider widmen ihm die großen Medien nicht ganz die Aufmerksamkeit, die er verdient. Allerdings ist dies ja ein gängiges Mittel, Abweichunungen von der politischen Korrektheit zu „bestrafen“.
    In diesem Zusammenhang könnten für ihn und andere vielleicht die folgenden Essays interessant sein, die kürzlich als Vorabveröffentlichung von Teilen des Buches „Die fünf Mayerhof’schen Gesetze“ von Leander Golman auf WordPress eingestellt wurden:
    Gestern publiziert: „Kein Wahlrecht ohne Wählerführerschein“ (http://wp.me/s29pVB-104)
    Vor einige Tagen publiziert:
    „Das Gesetz von der ‚politisch korrekten‘ Überkompensation von Fehlern der Gegenwart und Vergangenheit“ (http://wp.me/p29pVB-1u)
    Vor zwei Wochen publiziert:
    „Das Gesetz vom Tanz der Marionetten auf der Fassade der Demokratie“ (http://wp.me/p29pVB-Q)

  2. Vielen Dank für die wertvolle Serie. Ich konsultiere die Beiträge von Herrn Heinsohn regelmässig vorallem dann, wenn die Ökonomen mal wieder zu Hochform auflaufen (asset driven wealth, quantitative easing, Schuldenabbau durch Inflation, …). Anschliessend fühle ich mich wieder geerdet.

    PS: Wäre ein Kompaktseminar in Kybernetik, von Ihnen Herr Malik, auch denkbar – oder ist das Thema zu komplex;-). Klar, dieses Wissen ist bereits im Blog und in Ihren und von Ihnen empfohlenen Büchern, von denen ich einige habe, zu finden. Aber in dieser „lauten“ Welt verliert man sich immer wieder so leicht und fällt ins alte Denken zurück. Da wäre ein Kompaktseminar, analog Herr Heinsohns, eine wertvolle Stütze.

    1. Einige meiner Managementletters sind bereits in der Randspalte meines Blogs online, die man zu einem Kompaktseminar gehörend verstehen kann, allerdings über die Wirtschaft, nicht über die Kybernetik.
      Ich werde Ihren Vorschlag aber gerne aufgreifen.

    1. Zu der Rede des Bundespräsidenten passt der Abschnitt „Die ‚politisch korrekte‘ Selbstkastration der Medien als Folge von Existenzangst und Halbwissen der Journalisten“ aus dem Essay über die politische Korrektheit, der kürzlich veröffentlicht wurde: http://wp.me/p29pVB-1u. Er beschreibt Gründe für die „Gleichschaltung“ der Medien, die vielleicht bedenkenswert sind.

    2. Die Medienscheinvielfalt, die genau so in Österreich zu erleben ist hat leider auf die Gesellschaft und vor allem auf die jungen Menschen eine fürchterliche Auswirkung, die wir noch nicht witklich fassen können. Natürlich in der Folge auch auf die Wirtschaft. Weltweit. Die teilweise dümmlichen Fragen, die heute von Journalisten, besonders im TV stellen, ist ja schrecklich. Dabei merkt man auch, dass auch Journalisten von wirtschaftlichen Abläufen keine Ahnung mehr haben. Das eint sie dann leider mit dem Gegenüber, den Politikern. Wenn (Massen-)Medien und Politiker selbstsicher aber ohne Wissen an der Gegenwart vorbeireden und -schreiben, dann gibt es eben Fehlentwicklungen bei zig Entscheidungen in der EU, die uns eine Millarde nach der anderen kostet. Die querschnitsgelähmte Gesellschaft kann sich nur verändern, wenn wir endlich bei den Kindern und Jugendlichen beginnen und in der Ausbildung reale und korrekte Informationen über gesellschaftliche und wirtschaftliche Abläufe vermitteln. Dazu gehört dann auch der Ethik-Unterricht. Anders wird die querschnittsgelähmte Gesellschaft nicht oder viel zu langsam wieder aufstehen und aufrecht in eine lebenswerte Zukunft gehen.

  3. Ich war sehr überrascht, dass eine meiner Fragen aufgenommen und behandelt wurde.

    Nachdem ich die Ausführungen gründlich studiert habe, wird mir einiges klar.

    Ich habe ja die Situation für gefährlich gehalten, aber jetzt kommt mir noch viel gefährlicher vor, was die EZB da macht, besonders mit dem OMT-Programm!

    Wenn die EZB schlechte Staatsanleihen als Pfand hereinnimmt für einen Geschäftsbankenkredit, und diese im Marktpreis fällt, dann könnte die EZB Nachbesicherung verlangen. Diese müsste die Geschäftsbank mit ZB-Geld entrichten, das dadurch aus dem Geldkreislauf gezogen würde.

    Würde dies massenhaft geschehen, dann würde eine gigantische Deflationsspirale in Gang gesetzt. Welcher Lebensversicherer würde eine so gigantische Entwertung seiner Assets überleben, und den massiven Entzug von Geld aus dem Kreislauf?

    Der Mechanismus erinnert mich sehr an den Mechanismus der US-Immobilienblase und deren Platzen.

    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann SCHAUDERT mir vor dem, was für die Zukunft drohen kann.

    Die Frage ist, würde die Notenbank Nachbesicherung verlangen, oder müsste sie es sogar?

  4. Noch einmal vielen Dank für die Beantwortung der Frage über die Nachbesicherung.

    Es wird klar, dass die Zentralbank anders handelt als eine Geschäftsbank, da sie andere Zielsetzungen verfolgt.

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auf eine Begriffsverwirrung hinweisen, der ich anfangs selber anheimgefallen bin, aber durch Lektüre von Issings Buch über Geldtheorie klären konnte.

    Geld im Kontext der Eigentumsökonomik ist ein Eingriffsrecht auf das Eigentum des Emittenten.

    Im Zusammenhang mit Geschäftsbanken muss man klar auseinanderhalten zwischen ZB-Geld sowie Bargeld (Scheine und Münzen), und das „Giralgeld“ der Geschäftsbanken, das ja in Wahrheit nur ein Kredit ist.

    Das „Giralgeld“, das eine Geschäftsbank emittiert, ist ein Zugriffsrecht auf ZB-Geld, sprich auf Scheine und Münzen.

    Das Eigentum, mit dem die Geschäftsbank ihr „Giralgeld“ unterlegt, ist selber wieder Geld, und zwar das der Zentralbank, das allein gesetzliches Zahlungsmittel ist.

    ZB-Geld kann eine Geschäftsbank NICHT selber schaffen, nur Kredit. Deswegen kann eine Geschäftsbank bankrott gehen, wenn sie fällig gestellte Geldforderungen nicht mehr aus Barbeständen und ZB-Guthaben bedienen kann.

    1. Ich wollte das noch einmal anfügen, weil im Internet oft verkürzte Darstellungen kursieren, dass Geschäftsbanken ihr eigenes Geld schaffen würden.

      De facto ist es natürlich so etwas ähnliches, da fast alle Geschäfte Überweisungen und ec-Kartenzahlungen akzeptieren.

      Insofern erfüllt das von den Banken geschaffene Giralgeld im Alltag durchaus die Funktionen von ZB-Geld und wird daher von den meisten auch als ganz normales Geld wahrgenommen.

      Daher kann es Verwirrung stiften, wenn man sagt, ein Kredit sei kein Geld, sondern nur Recht auf Geld. Man muss genau klären, welches Geld da wann gemeint ist.

        1. Ich bin dafür sehr dankbar.

          Als Kind sagte man mir in der Schule, das Geld ein universelles Tauschmittel sei. Das fand ich auch sehr logisch und praktisch.

          Dann kaufte mein Vater einmal einen neuen Rasenmäher und bezahlte ihn in bar, er kostete über 1000 D-Mark. Der Vertragshändler, der ihn anlieferte, sah mich an und sagte freundlich lächelnd: „Willst Du mal so viel Geld in der Hand halten?“ und gab mir kurz das Geldbündel in die Hand.

          Ab da rätselte ich, warum man wohl ein schweres, nützliches Industrieprodukt wie einen benzingetriebenen Rasenmäher für ein Bündel bedrucktes Papier eintauschen würde.

          Oder warum ein Auto gegen 20 Blatt Papier mit einer aufgedruckten „1000“ hergegeben wird. Und warum ich nicht einfach selber Zettel ausstellen könnte, auf denen eine 1000 notiert ist und dafür ein Auto tauschen könnte.

          Das war mir äußerst rätselhaft und logisch nicht konsistent mit der Behauptung, Geld sei ein reines Tauschmittel.

          2002 wunderte ich mich, wieso Vodafone mit Aktientausch Mannesmann übernehmen konnte. Mannesmann erschien mir viel wertvoller. Wenn Vodafone stattdessen Aktien hätte verkaufen müssen, um Mannesmann mit liquiden Mitteln zu kaufen – was wäre passiert?

  5. Mir ist folgender Punkt in der Diskussion um die EUR- und Staatsschuldenkrise unklar: Ein Teil der regierungskritischen Ökonomen, meist aus dem linken Lager, hält die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen EU-Staaten und vor allem das unterschiedliche Lohnniveau (ausgelöst u.a. durch die Hartz-Reformen in Deutschland) für die Hauptursache der aktuellen Krise (z.B. Prof. Flassbeck: http://www.handelsblatt.com/politik/international/heiner-flassbeck-im-interview-deutschland-drueckt-die-anderen-an-die-wand/8270040.html). Prof. Heinsohn hält dies jedoch offenbar für wenig bedeutsam (hier: http://www.europolis-online.org/videos/konferenz-prof-dr-dr-gunnar-heinsohn-universitaet-bremen/ ab ca. 07:04 min). Er sieht die unterschiedliche Eigenkapitalausstattung der regionalen Zentralbanken und die national stark differierende Besicherung des EUR als Hauptproblem. Die Frage der Besicherung spielt in der öffentlichen Diskussion, jedenfalls soweit ich sie wahrnehme, überhaupt keine Rolle. Beide Ökonomen rechnen aber übereinstimmend mit Deflation. Stehen ihre Analysen tatsächlich in Widerspruch zueinander oder beschreiben sie die Lage nur aus einer jeweils anderen Perspektive?

    1. Ich kann schlecht beurteilen, ob das Modell von Prof. Flassbeck korrekt ist, denn mir fehlt bei weitem die Zeit und der Zugang zu den Daten, um das ganze korrekt zu untersuchen.

      Aber was Prof. Flassbeck da fordert, setzt ja politische Umstände voraus, die damals illusorisch waren und heute noch illusorischer sind: namentlich eine einheitliche Wirtschafts-, Lohn- und Finanzpolitik.

      Selbst wenn er also das korrekte Modell hätte, wäre es ziemlich schwierig, es umzusetzen.

      Gerade in Deutschland wäre ein Modell, in dem Deutschland und wenige andere Staaten für den Rest der Eurozone Finanztransfers leisten, politisch, zumindest auf demokratischem Wege, absolut nicht durchzusetzen.

      Bereits innerhalb Deutschlands knatscht es in der Währungsunion, wo Bayern, Baden-Württemberg und Hessen vor dem BVG gegen die Zahlungen in den Länderfinanzausgleich klagen wollen.

      Dieses Modell auf europäischer Ebene kann in Deutschland – wohlgemerkt auf demokratischem Wege – nicht durchgesetzt werden.

      1. Ja, eben, was sollen also solche Modelle?
        Welchen Zweck erfüllen sie? Es ist das Problem der heutigen Ökonomie, dass sie kaum etwas mit der Wirklichkeit des Wirtschaftens zu tun haben. Es spielt also gar keine so grosse Rolle, ob sie richtig oder falsch ist, denn sie ist weitgehend irrelevant.

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