Neue Highs? Und ihre Bedeutung …

In meinem letzten Eintrag erwähne ich, dass nochmals neue Höchstkurse noch nicht ausgeschlossen werden können. Ich meine damit immer die US-Leitindices, Dow Jones, S+P, Nasdaq. Die gestrige – von China unbekümmerte – Aufwärtsbewegung könnte in diese Richtung deuten. Ihre Bedeutung wird eher das „last hurrah “ sein, als ein Zeichen von neuer Robustheit.

So oder so ist die „Grosse Transformation21“ in vollem Gange. Immer mehr wird erkannt, dass herkömmliche Verfahren keine echten Lösungen mehr sind. So auch im Management und v. a. im Change Management. Die Zeit für die schnellen Hochleistungsmethoden, darunter die Syntegrationsverfahren und die Befähigungseducation ist da, das Interesse steigt. Denn von der Wirtschaftslage ganz unabhängig müssen die Digitalisierung, die Energiefrage und auch die demografischen Herausforderungen gelöst werden. Für die so gearteten komplexen Fragen sind die Tools des letzten Jahrhunderts keine Lösungen mehr.

Autor: F. Malik

"Malik is one of the most influential business thinkers..." (Business Week) "Malik has become the leading expert on Management in Europe... He is a commanding figure - in theory as well as in the practice of Management." (Peter Drucker, Doyen of Management)

14 Gedanken zu „Neue Highs? Und ihre Bedeutung …“

  1. Ja. Jedoch. Sorry. Es klafft nicht nur die Arm-reich-Schere immer mehr auseinander. Es klafft auch immer mehr die Schere „Grosse Transformation 21“ und „Politiker (weltweit)“ auseinander. Bis auf ganz wenige Politiker haben diese Damen und Herren bis heute schon wenig Wirtschaftswissen gehabt, jedoch mit der heutigen Geschwindigkeit und Komplexität können diese Personen und ihr Beraterstab überhaupt nicht mehr mithalten. Und geraten dadurch z. B. in der EU voll in die Hände der Lobbysten und damit der Hintergrund agierenden wirtschaftlich orientierten Interessensgruppen und Konzerne. Jede Gesetzgebung, besonders im Internetbereich, kann der Realität ebenfalls nicht mehr folgen. Folglich ist auch das Wissen über Deflation und Krise in politischen Kreisen unterbelichtet. Wohin nun das Volk, oder viele Völker geführt wird und werden ist täglich zu sehen und zu lesen. Oder bei Wahlen zu erleben. Laute Populisten (egal welcher Farbe und Partei) sind da meist siegreich. Und die Moral und Ehtik? Sie existiert ebenfalls nur mehr auf Papieren. Flüchtlingsströme und Armut lebt neben neuen Rekordergebnissen von Apple & Co. Also, weiter auf ins Ungewisse!

    1. Sie beschreiben gut die Komplexität einer Transformation im allgemeinen und der „Grossen Transformation21“ in einigen ihrer aktuellen Besonderheiten. Das Bild auf meiner Homepage mit den beiden sich überlagernden S-Kurven enthält diese Komplexität grafisch und anschaulich. Die „Alte Welt“ (rote Kurve) funktioniert.
      immer weniger. Die „Neue Welt“ (grüne Kurve) funktioniert erst teilweise. Die Transitionsphase ist die „Black Box“ des Überganges von der Alten zur Neuen Welt.
      Neben den PolitikerInnen, die sich vielleicht noch etwas schwer tun, diese Herausforderungen zu erkennen, gibt es doch auch schon immer mehr, die sich intensiv damit befassen. Patentlösungen gibt es bisher nicht. Aber es gibt Methoden, die helfen können. In meinem neuen Buch behandle ich genau diese Fragen: „Navigieren in Zeiten des Umbruchs“ – also nicht „Patentlösungen“, sondern ein „Zurechtfinden“ …

  2. Guten Abend Herr Prof. Malik,
    wie sieht Ihre Einschätzung bezügl. der Edelmetalle aus? Sind Ihrer Meinung nach dort nochmals Höhenflüge zu erwarten?

    Liebe Grüße
    Robert S.

  3. Lieber Herr Prof. Dr. Malik, ich möchte auf eine Entwicklung im technischen Bereich hinweisen, bei der es um die Koordination einer Vielzahl teilautonomer Einheiten (Roboter) geht:

    „(…) In naher Zukunft werden intelligente Maschinen ihre Handlungen koordinieren, indem sie über Netzwerke Informationen austauschen – eine wahre Datenflut ist die Folge. Doch wie bewältigt man die? Mit einer Form der Kommunikation, die man auch manchen Menschen wünschen würde: Jedes System sendet nur dann, wenn es etwas Relevantes mitzuteilen hat. Bei der Erforschung dieser Methoden half ein mannshoher Würfel, der eigenständig auf einer Ecke balanciert (…).

    http://www.nithh.de/fileadmin/downloads/Bilder/News/2015/20150715_Trimpe_Wenn_was_zu_sagen.pdf

    Die Technik der Zukunft setzt die richtige Kommunikation voraus, das Management der Zukunft ebenfalls. Insoweit sind Parallelen erkennbar. Mich würde nicht wundern, wenn die erforderlichen Kommunikationsmodelle bzw. deren mathematische Basis große Ähnlichkeit haben, denn in beiden Fällen geht es um Informationsübertragung zur Höchstleistung unter Komplexitätsbedingungen.

    Fest steht: mit Kommunikation per Telefon fällt der Würfel um …

    1. Lieber Herr Puls, danke für dieses gute Beispiel, welche IT-Fortschritte bereits Realität sind, wenn auch noch im Forschungsstadium. Ich kannte es bereits und empfehle den Artikel sehr, den Sie freundlicherweise verlinken.
      Die Vernetzungslogik folgt gewissen Prinzipien unserer Syntegrationsverfahren.

  4. Wir wissen noch nicht, wie stark die von Gold losgelösten Zentralbanken den Bogen überspannen können.
    Aber es gibt an den Märkten Zeichen. Sehr gut, ist nicht mehr genug. Siehe
    Apple. Warren Buffet hat Exxon abgestoßen… warum wohl, wo er sonst Jahr-zehnte hält… Er hat es uns nicht verraten… Braucht er nicht, denn die
    Basis wird fallen: Rohöl…Warren irrt nicht…

  5. Der Konstruktionsfehler der Wirtschaftswissenschaften Warenströme als Grundlage ihrer Theorie herzunehmen und dabei die Schuldendynamik außer acht zu lassen liegt wohl im allgemeinen menschlichen Denkmuster begründet in erster Linie in physischen Kategorien zu denken. Dies drückt sich schon in Begriffen wie „Ankurbelung des Wirtschaftsmotors“, „Geld drucken“ und „Crash“ aus. Sie führen aber allesamt durch unzulässige Vereinfachung zu falschen Löaungen, die, oh Wunder, nichts bringen oder schlimmer noch zur Verschlechterung der Lage führen. Die Eigentumsökonomik hat mit diesen Irrtümern gründlich aufgeräumt, wird aber kaum gehört, denn verstanden. Gunnar Heinsohn, Malik und wenige Mitstreiter reden fast schon gebetsmühlenartig gegen den Mainstream an. Manche Ökonomen realisieren derweil schon die deflationäre Krise, können aber keine schlüssige Begründung dafür liefern. Besitz ist halt als Vorstellungsbild doch fassbarer als das virtuelle Eigentum. Letzlich ist es doch die viel gescholtene graue Theorie, die entscheidend ist.

    1. Lieber Herr Pfeifenberger, Sie beschreiben treffend die Lage der heutigen Wirtschaftstheorie. Sie wird es – bei unveränderter Weiterführung – schwer haben, die nächsten Jahre zu überleben. Junge Ökonomen werden nach neuen Lösungen suchen, weil die bisherigen immer weniger Erklärungskraft haben. Von daher bin ich zuversichtlich.

  6. Im Anschluss nochmal ein Link zur Problematik von Wertpapierkrediten. Ich hatte schon mal aufgezeigt, das diese Kredite die Investoren durchaus in den Ruin treiben können. Wir sind nicht China, wo der Staat den Aktien-markt stützt. Ein Hoch bei den Krediten muss nicht zu einer unmittelbaren Baisse führen. Dann wäre ja der Markt rational, was er aber erwiesener-maßen nicht ist.

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/ein-detail-kann-wallstreetblase-zum-platzen-bringen/story/14059738

    Der Absturz kommt, fragt sich nur wann.

  7. Die andere Meinung:

    GodMorning! Warren Buffett: Aktien werden noch sehr viel weiter steigen!

    Buffet wird 85 und ist superreich. Deshalb hat er es nicht nötig die Sache
    schön zu reden.

  8. Mit dem China Crash könnte die derzeitige Korrektur der Anfang von mehr Abschwung bedeuten. Minus 25 % haben wir schon öfters gesehen und dann ging es mit Riesenschritten wieder nach oben. Dieses mal könnte es anders laufen… Via China wird die Realwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Die Russlandsanktionen wirken auch dämpfend. Die Ölexporteure können mit den drastisch gesunkenen Erlösen auch nicht mehr hemmungslos einkaufen. Der Ausverkauf kann jetzt jedoch auf jeden Fall zu einer schnellen un-erwarteten Erholung führen, um dann weitere Tiefkurse zu machen… Den Wertpapierkreditkäufern läuft jetzt der Schweiß über die Stirne…

  9. Sehr geehrter Prof Malik!
    Sehr geehrter Prof Heinsohn!
    Seit Jahren verfolge ich hin und wieder Ihre Taetigket und habe mich immer stur geweigert, Ihre Analysen zu glauben. Ich wollte es einfach nicht akzeptieren, das eine Deflation bevortseht. Langsam aendere ich aber meine Meinung. Vielen Dank für Ihre riesen Arbeit und Geduld, mit dem Sie uns unglaubigen und leihen informiert und beratschlagt haben.
    Könnten Sie uns bitte sagen, wie man Ihre Meinung nach Ende 2015 das Hab und Gut, die man hat, prozentenmaesig verteilen sollte (unter Cash, Immobilien, Edelmetalle, Aktien, etc.) Falls die Deflation noch bevorstaeht, ist es bestimmt noch nicht allzu spaet, die Wertsachen umstrukturieren. Man tut dies auch für die „unglaubigen“ Verwandten, um Ihnen in schlimmeren Zeiten haelfen zu können, falls es hart auf hart kommen sollte. Vielen Dank! Mit freundlichen Grüssen und ein gesegneten 3. Advent: Christoph Szam

    1. Sorry Herr Szam, bei der Vermögensfrage fühle ich mich auch angesprochen. Das Beste was ich in den letzten Jahrzehnten machen konnte, war die Konzentration auf deutsche Aktien mit Garantiedividende nach Aktiengesetz. Homag, zum Beispiel, 2,87% Rendite gegenüber -0,2% Umlaufrendite. Diesen Titel halte ich in sehr großem Umfang. Rechtliche Unwägbarkeiten sind durch BGH Beschlüsse und Gesetzesänderungen inzwischen restlos beseitigt. Sie haben alle Markt-erschütterungen glänzend überstanden und sogar Kursgewinne verbuchen können. Schlecht war mein letzter kleiner Ausflug in die Allianz. Fazit daraus: Hohe Dividendenrendite und glänzende Kennzahlen bei der Solvency, waren keine Garanten gegen Kusverfall. Eine eigene Immobilie ist nicht schlecht. Sie sollte verschuldet sein, sonst sehe ich den Staat als Räuber, der denen was nimmt, die was haben. Ehrlich gesagt, hatte ich in den letzten 10 Jahren ständig „Muffe“
      vor einem Systemkollaps. Silber habe ich studiert und bin zum Schluß gekommen, das es ein lohnenswertes Investment ist, das auch letzte Sicherheit verleiht. Mit den Tiefstständen bin ich hier zum Jäger und Sammler geworden und so kaufe ich step by step Maple Leafs (1 Unce).

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